Jubiläum Seit 15 Jahren hilft „Baumhaus“ Kindern

Das Kinder- und Jugendschutzzentrum Baumhaus besteht seit 15 Jahren. Ein neues Lesezeichen informiert über die Arbeit.

Auf den neuen Lesezeichen finden die Kinder die Angebote des „Baumhauses“. Foto: KJSZ

Seit 15 Jahren können sich Kinder und Jugendliche bei Konflikten in der Familie oder bei Gewalterfahrung an das Jugendschutzzentrum Baumhaus in der Arnstädter Rosenstraße wenden. Es leiste darüber hinaus wichtige Präventionsarbeit in Schulen und Jugendeinrichtungen, teilt Daniela Klose von der Stabsstelle für Öffentlichkeitsarbeit im Marienstift Arnstadt mit. Statt einer Jubiläumsfeier wolle das Team der Beratungsstelle lieber über seine Hilfsangebote informieren, und zwar auf einem Lesezeichen, das als Lineal genutzt werden könne. Darauf fänden Kinder und Jugendliche die Kontaktdaten des Baumhauses - und Situationen, in denen sie im Baumhaus Unterstützung finden können, heißt es weiter. 2007 sei das „Baumhaus“ als Einrichtung der Jugendhilfe in Trägerschaft des Marienstifts Arnstadt gegründet worden mit Unterstützung der Fachbereiche der Diakonie, der Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz Thüringen sowie des örtlichen Jugendhilfeträgers. Zu den Kernaufgaben zählen Beratung und Prävention sowie Gruppenangebote, Elternkurse und Angebote für Fachkräfte.

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Lebenswelt der Kinder im Fokus

In der Arbeit des „Baumhauses“ stehe die Lebenswelt der jungen Klienten im Vordergrund – und die sei in den vergangenen 15 Jahren immer neuen Einflüssen ausgesetzt. „So wundert es nicht, dass mit den Fragen der Kinder auch das Thema Medien in nahezu allen Arbeitsbereichen verstärkt in den Fokus rückt“, sagen die Sozialpädagoginnen Marie-Luise Morgenstern, Dajana Nieke und Annett Sterner. „In unseren Präventionsveranstaltungen in Schulen thematisieren die Kinder und Jugendlichen beispielsweise bei den Einheiten zu ‚Mein Körper gehört mir’, ‚Kommunikation’, ‚Konfliktlösung’ und ‚Kinderrechte’ ihre Erfahrungen mit dem World Wide Web und den sozialen Medien“, sagen die Sozialpädagoginnen. „Sie nehmen das mediale Angebot ganz selbstverständlich als Informationsquelle wahr, zum Teil aber auch als Gefahr.“ Deshalb würden auch Veranstaltungen zu Medienkompetenz und Umgang mit Cybermobbing angeboten. „Auch Online-Beratung anonym, zeitlich und örtlich unabhängig ist möglich, bei Bedarf auch videogestützt.“ Während des Corona-Lockdowns sei dies „die absolute Rettung“ gewesen, um den Kontakt zu Kindern in laufenden Beratungsprozessen zu halten. Die häusliche Gewalt habe im Lockdown zugenommen; erst jetzt würden manche Familienkonflikte langsam aufgearbeitet, sagen die Pädagoginnen. Doch sie vermuten ein weit größeres Dunkelfeld. Umso wichtiger sei das Schutzzentrum als stabile Anlaufstelle.