Genau 2877 Aufführungen in 2591 Vorstellungen, 81 Reisen, 44 Theaterbühnen, 41 Dramen, 38 Städte, 16 Jahre, rund sechs Millionen Reichsmark Einnahmen, rund vier Millionen Reichsmark Ausgaben, somit ein Reingewinn von ungefähr zwei Millionen Reichsmark. Hinter diesen, zugegeben recht nackten, aber nicht unbeeindruckenden Zahlen verbirgt sich ein Phänomen der europäischen Theatergeschichte des späten 19. Jahrhunderts: Das Herzoglich Sachsen-Meiningen’sche Hoftheater. Dieses Theater, eines für die damalige Zeit typischen Duodezfürstentums, machte sich zwischen 1874 und 1890 auf, die Theaterlandschaft zwischen London und Odessa, zwischen Stockholm und Triest maßgeblich zu verändern. Partizipierend von der vielfältigen und schillernden Shakespearerezeption beginnenden 19. Jahrhunderts, als jeweilige Eckpfeiler seien hier Charles Kean, Christian Dietrich Grabbe, Georg Büchner und mit Abstrichen auch Otto Ludwig genannt, war es der ab 1866 infolge des preußisch-österreichischen Krieges, auf dem Meininger Herzogthron sitzende Georg II., der maßgeblich für die Pflege des Dichters aus Stratford verantwortlich war.