Jubiläum im uralten Marisfeld Kleine Verspätung in 1225 Jahren

Wolfgang Swietek

Marisfeld gehört zu den ältesten Orten Thüringens. Als es 796 auf einer Urkunde erwähnt wurde, war Karl der Große noch kein Kaiser. Bei dieser Zeitspanne fällt für die Jubiläumsfeier ein kleine Verspätung von einem Jahr kaum ins Gewicht. 2021 kam Corona dazwischen. Obwohl die Quecksilbersäule auf über 30 Grad gestiegen war, kamen nun am letzten Tag der Festwoche „1225 + 1 Jahre Marisfeld“ viele Besucher in den Schlosspark.

Die Entscheidung, dass die Marisfelder ein Jahr warten mussten, um ihr Ortsjubiläum feiern zu können, haben sie nicht allein getroffen. In mehreren Orten der Region stand in letzter Zeit das „+ 1“ hinter der Zahl 1225. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben, sagten sich die Marisfelder – und feierten dafür nun gleich zehn Tage lang.

Angefangen mit einem Konzert, einer Festveranstaltung und einem Festgottesdienst am vorigen Wochenende bis zu einem weiteren langen Wochenende in der Woche darauf. Davon haben sie sich – und ebenso die zahlreichen Besucher aus der Region – nicht abhalten lassen, auch wenn die Temperaturen weit über das übliche Maß gestiegen waren, jenseits der 30-Grad-Marke lagen.

Wer einen solch herrlichen Park gleich vor der Haustür hat, neben der Kirche und dem Schloss gelegen, der kann sich für seine Feierlichkeiten keinen besseren Veranstaltungsort wünschen. Bietet der Schlosspark doch nicht nur genügend Platz, sondern bei den jetzigen sommerlichen Temperaturen auch genügend Schatten. So wurde der Sonntag noch einmal zu einem wahren Besuchermagnet.

Da hatten die in der Region bekannten und beliebten „Hexenberger“ bereits am Vormittag für Stimmung gesorgt, sie wurden von den Besuchern nicht ohne Zugaben von mehr als einer Stunde entlassen. Nach Hause musste auch danach niemand gehen, denn die sonntäglichen „Hütes und Brüh“ gab’s auch hier im Festzelt. Am Nachmittag bestritt der eigene Nachwuchs das kulturelle Rahmenprogramm – verschiedene Tanzgruppen, vom Kirmesverein und vom Faschingsverein, zeigten im Schlosspark ihr Können. Immer wieder mit starkem Beifall der vielen Besucher belohnt.

„Gemeinsam haben wir ein Programm für eine Festwoche erarbeitet, das sich sehen lassen kann“, hatte die amtierende Bürgermeisterin Andrea Walther in dem attraktiv gestalteten Flyer zum Dorfjubiläum geschrieben, und dabei nicht übertrieben. Weiter hieß es darin: „Alle Marisfelder und ihre Gäste sind eingeladen, mit uns gemeinsam vom 17. bis zum 26. Juni 2022 unser Dorfjubiläum zu feiern.“

Diese Einladung ist von vielen angenommen worden, die in das festlich geschmückte Marisfeld, das sich bestens herausgeputzt hatte, gekommen sind.

 

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