Jubiläum Fotoclub Themar wird 20 Jahre alt

Der Fotoclub Themar feiert dieses Jahr rundes Jubiläum. Die Fotofreunde blicken auf zahlreiche Revolutionen und Erfolge in ihrem Hobby zurück.

Im April 2025 ist im Landratsamt Hildburghausen eine Ausstellung mit Fotografien der Fotoclub-Mitglieder gezeigt worden. Foto: frankphoto.de

Dass es den Fotoclub – heute 20 Jahre später noch gibt – grenzt an ein kleines Wunder, meint Roland Müller. Selbtsverständlich sei das in keinem Fall. Die Corona-Zeit hat in der Fotoszene stark zugeschlagen, weiß er. Viele Fotoclubs haben nicht mehr weiter gemacht. „Uns es fallen heute noch ganz renommierte Clubs auseinander“, sagt er. Gerade erst habe er erfahren, dass der Fotoclub aus Kulmbach nicht mehr weitermacht.

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Pandemie hat in der Fotoszene Spuren hinterlassen

„Wir haben uns mit Videokonferenzen durch die Zeit gerettet“, sagt Müller. Außerdem habe man einen clubinternen Fotowettbewerb zum Thema Winterpilze ausgerichtet. „Wir haben uns über die Zeit gerettet.“ Dabei sei der Wettbewerb richtig gut gewesen, weil jeder viel Zeit hatte.

Ein großes Problem sei während der Pandemie nicht nur das Nicht-Treffen gewesen. Es seien auch die Auseinandersetzungen gewesen, wo unterschiedliche Vorstellungen und Welten aufeinandergeprallt sind. „Da hat es bei uns eine große Toleranz gegeben.“ Und dieser Kitt hält bis heute. „Wir haben dann 2022 den Landkreis-Kalender gemacht, dass hat uns Landrat Thomas Müller damals hoch angerechnet“, sagt Roland Müller, der zu jener Zeit noch als Dezernent im Landratsamt tätig war. „Wir sind auf jeden Fall froh, dass es uns seit 20 Jahren gibt“, meint Roland Müller. Zusammen mit Joachim Hanf ist er der einzige aus der Gründungszeit des Clubs.

Suhler gibt Anstoß zur Gründung – die Zeitung steht Pate

Die Gründung des Themarer Clubs geht unter anderem auf Tilo Bössel zurück. Der war als Mitglied des Suhler Fotoclubs „Kontraste“ nach Themar gezogen. Weil er nicht ständig zu den Clubabenden nach Suhl fahren wollte, suchte er nach Gleichgesinnten in der Region. Schließlich hatte es auch im Landkreis Hildburghausen zahlreiche Fotografie-Enthusiasten gegeben. Schließlich steht auch unser „Freies Wort“ Pate – ein kleiner Aufruf in der Zeitung im Jahr 2006 sorgt dafür, dass sich Leute zu diesem Club zusammenfinden.

Keine Luste auf Vereinsmeierei

„Wir haben damals beschlossen, dass wir das nicht als Verein machen. Keiner hatte Lust auf Satzungen und dergleichen“, erinnert sich Roland Müller. Stattdessen wird ein basisdemokratischer Club gegründet. „Klar, einer musste die Kasse führen, aber ansonsten gibt es keinen Vorsitzenden.“ Die Aufgaben würden nach den Fähigkeiten und Vorlieben der Leute verteilt. „Stefan Klopf organisiert zum Beispiel gerne Fotoevents, Mathias Münch ist sehr technikaffin und gestaltet dann eben mal einen Abend, an dem er ein Thema erklärt. Und ich organisieren gerne Ausstellungen“, erläutert Roland Müller an ein paar Beispielen, wie der Themarer Fotoclub seit Jahren funktioniere. Bis zu 15 Mitglieder habe man einmal gehabt. Zwei sind verstorben, manche hätten das Handtuch geworfen – andere waren mal dabei und sind wieder weg. Auch wenn sie kein Verein sind, so treibt sie das Thema Nachwuchsmangel wie die meisten Vereine um. „Uns fehlen Leute, die Spaß haben, sich mit zu engagieren. Wir machen das nicht todernst.“ Wichtiger sei die Gemeinschaft Manchmal gehe es auch gar nicht ums Fotografieren. Zu den regelmäßigen Treffen steht der Austausch im Vordergrund. „Es ist eine schöne Gemeinschaft und wir freuen uns, wenn jemand Neues dazustößt.“

Aktuell zählt der Fotoclub Themar neun feste Mitglieder. Alle zwei Wochen trifft sich die Gruppe am Donnerstagabend im Schützenhaus in Themar. Der nächste Clubabend findet am 5. Februar statt. Die weiteren Termine können auf der Webseite des Fotoclubs nachgelesen werden. Mehrere Ausstellungen hat der Fotoclub bereits zusammengestellt. Drei mal wurden die Fotos im Landratsamt gezeigt – zueltzt im April 2025, einmal in Themar. Hinzu kommen Personalausstellungen in der Region von Stefan Klopf und Roland Müller. Außerdem zahlreiche Beteiligungen an größeren Schauen. Fünf mal haben die Themarer Fotofreunde den Landkreiskalender gestaltet.Jahrelang beteiligte sich der Fotoclub auch an den Clubwettbewerben der Gesellschaft für Fotografie. Die Teilnahme dort ist offen, man müsse kein Mitglied sein, um teilzunehmen. Im ersten Jahr nach der Gründung belegten die Themarer noch den letzten Platz. Danach konnten sie aber auch drei mal gewinnen.

Clubmitglieder haben sich ebenfalls regelmäßig unter den ersten Dreien platzieren können. „Wir haben aber irgendwann aufgehört, weil die Bewertung der Mappen zu stressig wurde“, sagt Roland Müller. Zudem hatte man erhebliche Zweifel an den Bewertungsmaßstäben. „Es kann nicht sein, dass ein Bild gleichzeitig mit einem und mit zehn Punkten bewertet wird.“Für die GFF hat der Club auch zweimal die Landesfotoschau organisiert. In diesem Jahr werden die Ergebnisse der Landesfotoschau, die nur alle zwei Jahre stattfindet, im Museum in Kloster Veßra zu sehen sein. „In Kloster Veßra hat es einen gewissen Charme, weil die Bilder dort nicht alle auf einmal platziert sind, sondern in den Ausstellungsräumen ganz anders zur Geltung kommen.

Quartalsbilder auf der Webseite

Ihre Informationen und Portfolios der Mitglieder stellen sie auf ihre Webseite. Mit Social Media stehen sie ein bisschen auf Kriegsfuß. Dort werde sich zwar viel ausgetauscht. Dort finde aber auch viel „Lobsudelei“ statt, wie es Roland Müller nennt. Es gebe dort kaum Kritik. Und die werde auch nicht angenommen - Kritik gehört aber dazu, meint er. Es wird niemand runter gemacht, aber es gibt Tipps, wie ein Bild vielleicht besser oder anders zur Geltung kommen könnte. „Wohlgemeinte Kritik ist wichtig, um sich weiterzuentwickeln“, finde ich. Im Fotoclub gibt es dafür das Quartalsbild. Die Mitglieder können pro Quartal Bilder einreichen, die Einsendungen werden diskutiert und bewertet. Ganz oft sei es auch in der Fotografie Geschmackssache. „Der eine mag Schwarz-Weiß, der andere nicht. Der eine mag Porträts, der andere Landschaftsaufnahmen oder Makros“, so Müller. Häufig gehe es aber auch um Emotionen, die ein Bild auslöst, oder ausgelöst hat. Die könne man eben nicht mitbewerten.

„Ich würde die Fotografie gern als eine sehr schöne Freizeitbeschäftigung beschreiben. Sie befriedigt und gibt Glücksgefühle, wenn zum Beispiel ein Bild ganz besonders gelingt. Das ist sehr wichtig fürs Wohlbefinden und die Resilienz“, beschreibt Roland Müller seinen Zugang zu diesem Hobby.

Revolutionen verändern das Hobby

In den vergangenen 20 Jahren hat es in ihrem Hobby einige Revolutionen gegeben. Anfang der 2000er Jahre hat die digitale Fotografie begonnen, die analoge Fotografie abzulösen. „Da wurde schon der Weltuntergang gefeiert. Aber das Gegenteil ist der Fall gewesen.“ Dann seien die Kameras der Smartphones immer besser geworden und haben digitale Spiegelreflexkameras für einige obsolet gemacht. „Und nun wartet Künstliche Intelligenz als nächster Weltuntergang.“ Irgendwann werde man da sicherlich trennen müssen, sagt Roland Müller. In einigen Fotowettbewerben sei inzwischen die Bearbeitung von Fotos mithilfe von KI gestattet. „Ich habe auch schon gut gemachte KI-Fotos gesehen und finde, wenn man das planvoll macht und Bilder arrangiert, ist das auch Kunst“, findet Müller. Er habe schon den Vorschlag gemacht, einen Wettbewerb nur mit KI-Bildern auszurichten. Über die Jahre habe er immer wieder festgestellt: Auch wenn es Neuerungen und Umwälzungen in der Fotografie gegeben hat, manche kehren auch bewusst wieder zu älteren Technologien zurück.