Jubiläum Evangelischer Kindergarten in Barchfeld feiert 120. Geburtstag

red
120 Jahre evangelischer Kindergarten in Barchfeld: Auftakt der Jubiläumsfeierlichkeiten in der Kirche mit großem Auftritt der Kleinen. Foto: Kirchgemeinde

Zwei Wochen lang feiert der evangelische Kindergarten Barchfeld sein 120-jähriges Bestehen. Beim Auftakt in der Kirche waren mehr als 200 Gäste dabei.

Als „Kinderbewahranstalt“ wurde der evangelische Kindergarten Barchfeld 1902 gegründet. Kein schönes Wort, meinte der Kreisbeigeordnete Martin Rosenstengel, als er zum 120-jährigen Bestehen gratulierte. Der Ausdruck erinnere eher an einen Ort, wo man seinen Koffer abgibt. „Wie gut, dass wir die Kinder heute in Kindergärten schicken“, sagte er. Dort gebe es Gärtnerinnen, die die Hege und Pflege der Kinder übernehmen.

Eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe, das ist Einrichtungsleiterin Christine Ulbrich bewusst. „Sie vertrauen uns Ihr Wertvollstes an – Ihre Kinder“, sagte sie zu den Eltern am Ende des Festgottesdienstes. Den hatten die Mitarbeiterinnen der Einrichtung zusammen mit dem Elternbeirat und Pfarrerin Enikö Somogyi als Auftakt zu den beiden Festwochen geplant. Bis zum 2. Juli folgen weitere Veranstaltungen für Kinder und ihre Familien.

In der Gottesdienstfeier hatten sich die Kinder vor ihrem großen Auftritt schon während der Psalmlesung aufgewärmt. „Mit euren Bewegungen holt ihr die ganze Weite des Himmels in euer Herz“, sagte Pfarrerin Milina Reichardt-Hahn. Als Vakanzverwalterin hat die Fambacher Pfarrerin seit 1. Juni die Geschäftsführung der Kirchengemeinden Barchfeld und Herrenbreitungen übernommen. Pfarrer Heiko Oertel aus Trusetal ist für Angelegenheiten des evangelischen Kindergartens zuständig. Dass sie dort fröhlich mit dem Leben zurechtkommen, bewiesen die Kinder im Gottesdienst überzeugend mit Liedern, Gebet und erst recht mit dem getanzten „Körperteilblues“.

Barchfeld-Immelborns Bürgermeister Ralph Groß brachte zur Stärkung der Einrichtung einen Scheck mit. Mit einer gerahmten Erinnerung zum Festtag gratulierte außerdem der Vorsitzende der Schützengesellschaft Barchfeld/Werra 1886, Sven Vesper.

Extra angereist für die Festveranstaltung waren Elisabeth Trinks sowie Pfarrer Gert Rübeling, der mittlerweile im Dekanat Ziegenhain/Kirchenkreis Schwalm-Eder tätig ist. Mehrere Etappen des Kindergartenlebens haben beide begleitet. Elisabeth Trinks, die als Kantorkatechetin neben vielen anderen Aufgaben auch den Kirchenchor leitete, wohnte gar etliche Jahre im Obergeschoss des Kindergartens – wie einst die Diakonissen.

„Ich kann die Diakonissen verstehen“, sagte Pfarrerin Somogyi in ihrem Grußwort. Sie kamen zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach Barchfeld – die ersten aus Frankfurt am Main – um die medizinische Versorgung der Bevölkerung zu verbessern, aber auch, um für die Kinder da zu sein. Denn trotz des längst überholten Namens „Bewahranstalt“ waren die drei evangelischen Kindergärten, die es damals gab, wegweisend für ihre Zeit – darin, die Kinder in ihrer Eigenart und Einzigartigkeit anzunehmen.

Dass diese Grundsätze bis heute gelten, davon haben die Kinder gesungen: „Auch Bürgermeister, Pfarrer, Polizist und Lehrerin fangen im Kindergarten mal als kleine Leute an. Und wenn sie groß sind, fragen sie sich irgendwann, wie nur die Zeit so schnell vergehen kann.“

Die nächsten Veranstaltungen, zu denen der evangelische Kindergarten Barchfeld in die Einrichtung einlädt, sind das Singspiel am 30. Juni mit dem Titel „Mose – wenn Holzwürmer eine Pyramide bauen“ und das Sommerfest am 2. Juli. Beginn ist jeweils um 15 Uhr.

 

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