Ich denke, dass ich von jedem Trainer etwas mitgenommen habe. Mit dem Blick von heute war sicher die Zeit mit Alfred Gislason, Sead Hasanefendic und Jürgen Schweikardt beim VfL Gummersbach und beim TV Bittenfeld Stuttgart sehr wertvoll und prägend für meine heutige Zeit als Handballtrainer.
Wer Sie kennt, weiß, dass Sie schon in der Jugend sehr ehrgeizig und auf Handball fokussiert waren. Da kann doch Ihr persönliches Ziel eigentlich nur lauten, eines Tages auch als Trainer in der 1. Liga zu arbeiten?
Sehr ehrgeizig bin ich auch heute noch. Und wer einmal in der „stärksten Liga der Welt“ dabei sein durfte, weiß das auch sehr zu schätzen. Trotzdem bin ich inzwischen am Bodensee heimisch geworden und mit meiner Frau und unseren beiden Söhnen hier zu Hause, weshalb es in der nahen und mittleren Zukunft nicht so leicht sein wird, mich vom Bodensee wegzubekommen.
Wie schon in den letzten Jahren gilt die 2. Liga auch in diesem Jahr als überaus stark und vor allem sehr ausgeglichen. Auch wenn eine Prognose sicherlich sehr schwer ist: Was erwarten Sie von der am Wochenende beginnenden Zweitliga-Saison? Wo sehen Sie die Teams aus Konstanz und Coburg am Ende der Spielzeit?
„Schwer“ beschreibt eine solche Prognose nicht im Ansatz. Ich traue sie mir nicht zu und möchte sie deshalb auch nicht machen. Für die Teams, die eine erfolgreiche Saison spielen, wird es mit Sicherheit wichtig, konstant gute Leistungen zu zeigen, auch in den athletischen und präventiven Bereichen einen guten Job zu machen mit einem unrhythmischen Spielkalender, mit 38 Spielen über einen Zeitraum von über neun Monaten. Das ist ein Marathon und ich kann vorher wirklich nicht sagen, wie das weder für Konstanz noch für Coburg laufen wird. Ich wünsche beiden Mannschaften viel Erfolg. Und ich wünsche den Athleten eine verletzungsfreie Saison.
Jörg Lützelberger: Von Suhl in die Handball-Bundesliga
Mit 18 in die 1. Liga
Jörg Lützelberger wurde am 20. Juni 1985 in Suhl geboren. In der Waffenstadt lernte er das Handballspielen, lief im Männerteam in der 4. Handball-Liga auf. Mit gerade einmal 18 Jahren wechselte der Abwehr-Spezialist vom damaligen Oberligisten Suhl nach Großwallstadt in die 1. Handball-Bundesliga. Spätere Stationen waren unter anderem Gummersbach, Lemgo und Essen. Der Suhler bestritt rund 300 Spiele in der 1. Liga. Mit dem VfL Gummersbach gewann Lützelberger 2009 erst den EHF-Pokal und anschließend zweimal in Folge den Europapokal der Pokalsieger. Vor einem Jahr wurde der 37-jährige Sportwissenschaftler Chefcoach von Drittligist HSG Konstanz. In seiner ersten Saison gelang prompt der Aufstieg.
Die Wolfsgrube im Kopf
Jörg Lützelberger hat seine alte Handball-Heimat in Südthüringen nicht vergessen. „Ich habe vor allem die Heimspiele in Erinnerung. Das war für mich großer Handball. In der Wolfsgrube habe ich als Kind Zweitliga-Handball gesehen“, sagte er 2020 in einem Interview mit „Freies Wort“. Heute lebt Lützelberger mit seiner Frau Karen und den Söhnen Joshua und Leon in Lindau am Bodensee. Lützelbergers Vater ist in Schirnrod bei Sachsenbrunn zuhause.