Jahresrückblick im Altkreis Schmalkalden Sportlich durch die Jahreszeiten

Björn Eimer

Das Sportjahr 2024 neigt sich dem Ende. Es war im Altkreis Schmalkalden wieder einmal gefüllt mit erfolgreichen und schönen, aber auch kuriosen Momenten, quer durch unzählige Sportarten und Altersklassen.

Es regnet Bier und Sekt: In Kaltennordheim feiern die Struth-Helmershofer am letzten Kreisoberliga-Spieltag die Meisterschaft in der Fußball-Kreisoberliga Rhön-Rennsteig, stolz werden die Aufsteiger-Shirts präsentiert und auch der Wikingerhelm ausgepackt. Foto: S. Bühner

Es sind wahrlich chaotische und in einiger Hinsicht unsichere Zeiten, in denen wir leben. Auch 2024 reihte sich ohne große Ausnahmen ein. Umso wichtiger ist da der Sport, zum Ausgleich und als verbindendes Element in unserer Gesellschaft. Im Altkreis Schmalkalden gab es im Sport in all seiner Vielfalt 2024 wieder zahlreiche Höhepunkt, allerlei Kurioses und eine ganze Menge erinnerungswürdiger Momente. Wir blicken zurück.

Nach der Werbung weiterlesen

Beginnen wir beim Fußball von unten nach oben. In den beiden Staffeln der 1. Kreisklasse sicherten zum Ablauf der Saison 2023/24 mit Walldorf II und Goldlauter II jeweils Zweitvertretungen den Titel. Zurück auf der Fußballbühne ist der FSV Schmalkalden. In seiner ersten Saison nach Wiederanmeldung einer Herrenmannschaft landete diese im Sommer auf dem 9. Tabellenplatz. Darauf lässt sich aufbauen, wie die FSV´ler mit Platz 5 beim Gang in die Winterpause bewiesen. Über diese Leistung kann sich der FSV ebenso freuen, wie über gute Jugendarbeit und das starke Auftreten des Frauen-Teams in der Kreisoberliga mit dem Erreichen der Meisterrunde. Rundum schöne Geschenke zum 120-jährigen Bestehen des Vereins. Der Herren-Kreisliga drückte die Spielgemeinschaft Wernshausen/Schwallungen ihren Stempel auf, die als Einzelvereine 2023 abgestiegen und als neu zusammengefundene Fußballfamilie die direkte Rückkehr in die Kreisoberliga Rhön-Rennsteig feierte. In jener bot die im Sommer abgelaufene Saison Spannung wie schon lange nicht mehr. Der SV Stahl Brotterode-Trusetal und die SG Thuringia Struth-Helmershof boten sich ein Foto-Finish um Meisterschaft und Aufstieg, wobei die Stahlelf am Ende das Nachsehen hatte. Einen Titel gab es aber für deren Top-Stürmer Brian Peter. Mit unfassbaren 45 Treffern in 23 Spielen wurde er Torschützenkönig.

Die Thuringia feierte den Aufstieg und die Fußballfans im Altkreis durften sich Mitte November über das erste Landesklasse-Derby seit fünf Jahren freuen. In diesem setzte sich der gastgebende FC Steinbach-Hallenberg vor 320 Zuschauern knapp mit 3:2 durch. Die Haseltaler hatten im Abstiegskampf der Saison 23/24 gesundheitsbedingt auf ihren Trainer Bernd Eckert verzichten müssen, die Brüder Daniel und Sven Schindler sprangen mit erfolgreichem Ergebnis ein. Mittlerweile trägt Daniel Schindler allein die Verantwortung an der Seitenlinie des FC.

Die HSG Werratal und der Thüringer Handballverband ehren Anfang November beim Heimspiel gegen Mühlhausen (in dem man den damaligen Spitzenreiter mit 31:26 entzaubert) den HSG-Ehrenvorsitzenden Wolfgang Storandt, von dem die Breitunger nur knapp einen Monat später Abschied nehmen müssen. Foto: FotoBuehner/Sascha Buehner

Im Handball spielte die HSG Werratal in der Oberliga eine ordentliche Saison und schloss die Spielzeit 23/24 auf Platz 6 ab. Dabei siegte man etwa bei der titelambitionierten Reserve des ThSV Eisenach und bot insbesondere im heimischen Breitunger Sportzentrum seinen Zuschauern immer wieder starke Partien. So auch in der aktuellen Saison, in der die Mannschaft von Trainer Adrian Wendlandt daheim ungeschlagen ist und sogar Tabellenführer Mühlhausen stürzte und auf dem 4. Platz überwintert. Die Damenmannschaft der HSG musste hingegen den Abstieg aus der Oberliga hinnehmen, befindet sich beim angestrebten Wiederaufstieg aber auf einem guten Weg.

Abgestiegen ist auch der TTV Floh-Seligenthal aus der Tischtennis-Verbandsliga, etablierte sich als erster Verfolger des souveränen Spitzenreiters Immelborn aber direkt in der 1. Bezirksliga, Staffel 1. Die Kraftsportler vom KSV Zillbach zeigten über das ganze Jahr hinweg wieder – im wortwörtlichen Sinne – starke Leistungen und auch die Judoka des SV Schmalkalden sammelten, egal ob klein oder groß, jung oder etwas weniger jung, fleißig Medaillen. Auch als Gastgeber wusste der SV Schmalkalden wieder voll und ganz zu überzeugen, ob bei den Thüringer Landesmeisterschaften, dem Osterturnier oder dem Hans-Dieter Clemen-Gedenkturnier.

Dreitägiges Volleyball-Highlight zum Jahresabschluss: Der Schmalkalder VV feiert sein Weihnachtsturnier. Foto: FotoBuehner/Sascha Buehner

In Schmalkalden wird weiterhin die Leidenschaft für den Volleyball gepflegt, wofür Michael Henke, der hierzu einen nicht unerheblichen Teil beisteuerte, Mitte Januar in Erfurt durch Ministerpräsident Bodo Ramelow mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik ausgezeichnet wurde. Auf der erfolgreichen Arbeit des SVV wird weiter aufgebaut. Das Herrenteam feierte in der Thüringenliga Platz 3 und das Damenteam wurde als Aufsteiger auf Anhieb Vizemeister der Verbandsliga Süd. Gelaufen wird auch weiterhin im Kreis und über diesen hinaus. Der Lauftreff Breitungen freute sich über einen starken 15. Run, Bike & Trail im April sowie die 21. Ausgabe des Pleßlaufs im August mit 250 Teilnehmern. Im Mai feierte der Museumslauf in Schmalkalden ein mehr als gelungenes Comeback. 129 Läuferinnen und Läufer erstürmten das Schloss und lobten die wunderbare Strecke mitsamt ihrer Aussicht. Viel Lob gab es auch für den SV Hohleborn für die bereits 45. Ausgabe des Mommelsteinlaufs im September, wobei diese Veranstaltung mit jedem Jahr wächst. Spektakulär wurde es wieder beim nun schon 5. TEAG AuslaufRaufLauf am Fuße der Inselbergschanze, wo Seriensieger Maria Münch und Frank Raßbach triumphierten. Richtig dreckig, aber bestens gelaunt waren die knapp 700 Teilnehmer beim 5. Bären Run über Hindernisse und durch den Schlamm.

Eric Hoyer beim Sprung von der „Alten Dame“. Über den Dächern Brotterodes kam es im Februar zum letzten Continental-Cup-Springen vor dem Umbau der Inselbergschanze. Foto: www.imago-images.de/IMAGO/christian heilwagen

Der Wintersport kam natürlich nicht zu kurz. In Brotterode verabschiedete man sich mit einem tollen COC-Wochenende im Februar von der alten Inselbergschanze vor dem umfassenden Neubau, der sich leider noch ein wenig ziehen wird. Die Wintersportvereine im Altkreis waren wie immer fleißig. So standen teils Trainerwechsel an, beim Trainingsleistungszentrum Inselberg wurde der Stab von Andre Eichel an Maik Stielow übergeben und mit Sven Fischer steigt ein bekannter Name als Trainer beim WSV Trusetal ein.

Ob der Beachvolleyball-Cup, die SG Rennsteig-Jungs beim Fußball-Landespokalfinale der D-Jugend oder die Biathleten, Skispringer, Tennis- oder auch Schachspieler. Der Altkreis Schmalkalden ist und bleibt sportlich und kann stolz darauf sein.