Jagdunfall Sportschütze stirbt bei der Jagd

, aktualisiert am 14.01.2022 - 12:59 Uhr
Der italienische Skeet-Schütze Cristian Ghilli (19) bei einem tragischen Jagdunfall in seiner Heimat gestorben. Er hatte auch in Suhl geschossen. Foto: Instagram/Grafik: Roch

Er war Junioren-Weltmeister und schoss auch schon beim Weltcup in Suhl. Jetzt ist der italienische Skeet-Schütze Cristian Ghilli (19) bei einem Jagdunfall in seiner Heimat gestorben. Er erschoss sich selbst.

Pisa/Suhl - Der 19-jährige Junioren-Weltmeister im Skeet-Schießen, Cristian Ghilli, hat sich bei einem Jagdausflug in der Toskana auf tragische Weise selbst erschossen. Wie die Zeitung „La Stampa“ berichtet, hatte sich der Italiener gebückt, um Schrothülsen vom Boden aufzuheben und dabei ungewollt einen Schuss aus seiner Waffe ausgelöst. Dieser traf ihn im Unterleib und an der Hand. Der 19-Jährige brach vor den Augen der Jagdgesellschaft zusammen und starb später an seinen inneren Blutungen während der Operation im Krankenhaus. Der tragische Vorfall ereignete sich am Donnerstag vergangener Woche in einem Wald beim Dorf Ponteginori in der Gemeinde Montecatini Val di Cecina in der Toskana, südöstlich von Pisa. Ghilli war in der Nähe zu Hause.

Der Sportschütze war im Oktober 2021 in Peru Nachwuchs-Weltmeister im Mixed-Team im Skeet (Tontaubenschießen) geworden und hatte im Einzel Bronze gewonnen. Bei den Europameisterschaften in Kroatien im Mai 2021 holte Ghilli drei Mal Gold. Im Jahr 2018, mit damals 16 Jahren, war er mit seiner italienischen Mannschaft Teilnehmer des Junioren-Weltcups in Suhl.

Den Ermittlern zufolge war Ghilli gestolpert, als er am Ende des Jagdausflugs um 17 Uhr die Überbleibsel der Munition aufsammelte, berichtete die örtliche Regionalzeitung „Il Tirreno“ am Freitag. Demnach wurde er von einer Schrotflinte Kaliber 12 getroffen. Zu der Jagdgruppe hätten Verwandte und Freunde gehört, hieß es. Alle seien mit dem Jagdrevier gut vertraut gewesen.

Die Staatsanwaltschaft in Livorno hat „Il Tirreno“ zufolge eine Obduktion angeordnet, mit der die genauen Todesursachen des jungen Mannes geklärt werden sollen. Außerdem sollen die Umstände des Notrufs untersucht werden; die Rettungskräfte hatten den Angaben zufolge einen Autounfall und keine Schusswunde erwartet. Ein Pfarrer habe nach dem Schuss zunächst Erste Hilfe geleistet, bevor der Notarzt eintraf.

Ghilli galt als eines der größten Nachwuchstalente im italienischen Schießsport. Tontaubenschießen ist in der Toskana ein beliebter Freizeitsport. er

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