Offiziell ist der Plan nicht öffentlich gemacht worden. Laut iranischen Medien soll die Straße von Hormus zwar geöffnet werden, der Iran aber die Kontrolle über die Meerenge behalten sowie Uran anreichern dürfen. Auch die Aufhebung der harten internationalen Sanktionen und Strafmaßnahmen des UN-Sicherheitsrats wird gefordert. Die Islamische Republik verpflichte sich ihrerseits, niemals Atomwaffen herzustellen. Die Urananreicherung solle nach Verhandlungen eingeschränkt werden.
Beide Seiten wollen Sieger sein
Beide Seiten erklärten sich angesichts der Feuerpause zu Siegern. Viele regierungstreue Anhänger feierten in Teheran. Trump habe sich den iranischen Forderungen gebeugt, sagte der Reporter des Senders SNN TV, der den paramilitärischen Basidsch-Milizen nahesteht.
Experten meinten, die USA hätten wenige ihrer Forderungen durchsetzen können. "Das, was jetzt erreicht worden ist, sieht eher nach einer strategischen Niederlage der Vereinigten Staaten von Amerika aus", sagte der Sicherheitsexperte Carlo Masala im Deutschlandfunk. In dem Zehn-Punkte-Plan "ist ja wenig iranisches Entgegenkommen gegenüber den amerikanischen Forderungen von Beginn an drin".
Um eine Wiederbewaffnung des Irans zu erschweren, kündigte Trump Strafzölle von 50 Prozent für Staaten an, die Teheran mit Waffen belieferten.
US-Vizepräsident Vance spricht von "fragiler" Lage
Nach Ansicht von US-Vizepräsident JD Vance ist ein Erfolg der Friedensgespräche alles andere als gewiss. Die Lage sei "fragil", weil es im Machtzentrum des Irans sowohl Kreise gebe, die konstruktiv an mögliche Friedensverhandlungen herangingen, als auch solche, die diese torpedieren möchten, so Vance.
Spannung vor Treffen im Weißen Haus
Die Einigung auf eine Waffenruhe in dem am 28. Februar von den USA und Israel begonnen Krieg im Iran erfolgte kurz vor einem Treffen Trumps mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte im Weißen Haus am Abend. Bei dem Gespräch dürfte es um die heftige Kritik Trumps an dem Bündnis gehen. Er hatte versucht, Nato-Verbündete dazu zu drängen, den USA bei der Sicherung der Straße von Hormus zu helfen. Als die Hilfe ausblieb, verunglimpfte Trump das Bündnis als zahnlosen Tiger.
Wie geht es jetzt weiter?
Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif lud Delegationen der USA und des Iran für weitere Gespräche am Freitag in die Hauptstadt Islamabad ein. Pakistanischen Quellen zufolge könnten auch Vertreter aus Saudi-Arabien, der Türkei und Ägypten an den Gesprächen teilnehmen.
Wie steht Israel zu der Abmachung?
Israel war an den Verhandlungen nicht beteiligt, unterstützt Trumps Entscheidung für die Feuerpause nach Angaben von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu aber. Voraussetzung sei, dass der Iran die Straße von Hormus öffne und seine Angriffe ebenfalls aussetze. Israel pocht demnach weiterhin darauf, dass der Iran mit seinem Atom- und Raketenprogramm keine Bedrohung mehr für die USA, Israel und die arabischen Nachbarn Teherans darstellen darf.