Die Öffnung Rafahs wurde schon vor Wochen geplant, verzögerte sich aber immer wieder. Eine Hürde war die Rückführung der letzten Geisel, die sich noch im Gazastreifen befand. Die sterblichen Überreste des Polizisten Ran Gvili wurden vor einer Woche identifiziert und nach Israel geholt.
Kontrollen durch Israel, Stempel von palästinensischen Beamten
Der Personenverkehr über Rafah folgt einem mehrstufigen Verfahren. Ägypten soll laut israelischen Medienberichten täglich eine Liste mit Namen der passierenden Personen vorlegen. Die Ein- und Ausreise läuft unter Aufsicht und mit Unterstützung der EU-Mission vor Ort (Eubam Rafah) und wird nur gestattet in Fällen, die vom israelischen Geheimdienst genehmigt wurden. Die Stempel im Pass vergeben dagegen Vertreter der Palästinensischen Autonomiebehörde. Palästinenser konnten Gaza zuletzt nur unter strengen Auflagen über den israelischen Grenzübergang Kerem Schalom verlassen.
EU unterstützt palästinensische Grenzschützer in Rafah
Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas sagte, Experten der zivilen EU-Mission seien vor Ort, um den Betrieb des Grenzübergangs zwischen Gaza und Ägypten zu überwachen und die palästinensischen Grenzschutzkräfte zu unterstützen. Sie betonte, dass die Menschen im Gazastreifen weiterhin dringend auf Hilfe angewiesen seien.
Das Auswärtige Amt in Berlin begrüßte die Öffnung Rafahs für Personenverkehr als "wichtigen Schritt" zur Umsetzung des 20-Punkte-Plans von US-Präsident Donald Trump. "Wir setzen uns für eine systematische Öffnung der anderen Grenzübergänge für Waren- und Güterverkehr nach Gaza ein", hieß es zudem in der Mitteilung. Deutschland unterstütze Eubam mit Personal im Missionshauptquartier.
Palästinenser: Wieder Tote in Gaza
Trotz Waffenruhe soll es palästinensischen Angaben zufolge durch Beschuss der israelischen Armee im Gazastreifen drei Tote gegeben haben. Aus medizinischen Kreisen dort hieß es, darunter sei ein dreijähriges Kind, das bei einem Angriff der israelischen Marine im Süden des Küstenstreifens getroffen und getötet worden sein soll. Das Kind habe sich vor einem Zelt für Binnenvertriebene aufgehalten. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Israels Armee sagte auf Nachfrage, sie gehe dem Bericht nach. Immer wieder gibt es trotz der geltenden Waffenruhe weiterhin tödliche Vorfälle in Gaza.