Inzidenz von bis zu 4000 Warten auf Omikron

Berit Richter
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Vizelandrat Kay Tischer rechnet mit einer Inzidenz von bis zu 4000, sollte die Omikronwelle im Ilm-Kreis voll zuschlagen.

Arnstadt - Die virtuelle Sitzung des Kreisausschusses am Mittwoch nutzte Beigeordneter Kay Tischer, um noch einmal auf den Ernst der Coronalage aufmerksam zu machen, auch wenn Sieben-Tage-Inzidenz und Hospitalisierungsrate im Ilm-Kreis aktuell sinken. Fast zwei Wochen lang habe der Ilm-Kreis bundesweit an der Spitze gelegen und die Hospitalisierungsinzidenz sei dreimal so hoch wie im Land gewesen, erinnerte Tischer. „Das zeigt, die Pandemie ist hier auf Hochtouren.“

Gewundert habe man sich im Landratsamt über die hohe Anzahl an Singlehaushalten, die es zu Weihnachten und Silvester plötzlich gab. Auffallend viele positiv Getestete hätten dem Gesundheitsamt in dieser Zeit auf Nachfrage keine Kontakte angegeben. Mittlerweile sei auch Omikron im Ilm-Kreis angekommen. Wie sich dies auswirke, könne man im Moment nur schätzen. So gingen Prognosen aktuell davon aus, dass man es bei Omikron zwar nur halb so viel schweren Fällen wie bei Delta zu tun habe, jedoch die Ansteckungsrate im Vergleich doppelt so hoch sei, was dann eben doch wieder zu vielen schweren Fällen führe. Schlimmstenfalls müsse man mit Inzidenzen von 2000 bis 4000 rechnen, was dann fürs Gesundheitsamt nicht mehr zu erfassen sei. „Das kann so kommen, muss aber nicht“, sagte Kay Tischer. Das Landratsamt bereitet sich mit den Pflegediensten, den Ilm-Kreis-Kliniken und den Rettungsdiensten auf „einen sprunghaften Anstieg der Fälle“ und „Notfallszenarien“ vor.

Auf Nachfrage äußerte sich Tischer auch zu den „Spaziergängen“ gegen die Corona-Maßnahmen. Diese seien illegale Versammlungen. Er kenne keinen einzigen Antrag, der bisher wegen einer solchen Versammlung im Landratsamt eingegangen sei. Deshalb könne man auch als Versammlungsbehörde nicht einschreiten, wenn gegen Maskenpflicht, Abstandsgebot und Höchstteilnehmerzahl verstoßen werde. Dies sei dann Sache der Polizei. „Wir fragen jedes Mal nach einem Versammlungsleiter, damit wir das Vorgehen absprechen können, bisher hat sich noch nie einer gemeldet“, so Tischer weiter. Damit sei es dann Aufgabe der Polizei, die illegale Versammlung aufzulösen und Personalien festzustellen.

 

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