Investition Brand- und Katastrophenschutzzentrum wird teurer

Das Brand- und Katastrophenschutzzentrum in der Aue II wartet weiter auf seine Fertigstellung. Seit September 2020 wird gebaut. Jetzt wird das Projekt eine Viertelmillion Euro teurer.

Unmittelbar vor der neuen Fahrzeughalle der Feuerwehr entsteht im Brand- und Katastrophenschutzzentrum in der Aue II die neue, ampelgesteuerte Alarmausfahrt für die Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr Suhl-Zentrum auf die Würzburger Straße. Foto: /Bastian Frank

Bereits im vergangenen Jahr hatten sich die Bauarbeiten und damit die mehrfach geplante Inbetriebnahme des Brand- und Katastrophenschutzzentrums in der Aue II verzögert. Wochenlang stand der Betrieb wegen coronabedingten Personalausfällen und Lieferschwiergikeiten von Material auf der Baustelle nahezu still. Mehrere Fertigstellungstermine verstrichen inzwischen. Jetzt wird das knapp 5,6 Millionen Euro teure Bauvorhaben auch noch um 250 000 Euro teurer als geplant.

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Kostensteigerung

Grund dafür sind die nicht von Beginn an geplanten Einbauten einer Brandmelde- und einer Einbruchsmeldeanlage. Nach den Worten von Finanzdezernent Erik Reigl habe sich die Notwendigkeit einer Brandmeldeanlage erst aufgrund eines im Oktober 2019 erstellten Brandschutzgutachtens ergeben. Die Einbruchsmeldeanlage sei ein zu-sätzlicher Wunsch der Feuerwehr und des Katastrophenschutzes. Diese Anlagen sollen nun durch einen Nachtrag der ausführenden Elektrofirma in dem weitgehend fertiggestellten Gebäude nachgerüstet werden.

Zudem wiesen sowohl der zu entsorgende Erdaushub der Baugrube als auch die abgebrochene Asphaltdeckschicht auf dem Hof der einstigen Feuerwache eine höhere Schadstoffbelastung auf, als zum Zeitpunkt der Ausschreibung angenommen wurde, sodass dabei auch höhere Entsorgungskosten anfielen. Dazu kommen die angekündigten und bereits bestehenden Baupreissteigerungen, vor denen auch das städtische Bauvorhaben nicht gefeit ist.

Ein weiterer Punkt der Kostenerhöhung ist die Außenanlagengestaltung an der Grenze zu einem Nachbargrundstück. Bei der Ausschreibung waren diese Arbeiten aufgrund einer juristischen Auseinandersetzung mit dem Nachbarn ausgeklammert worden, weil noch keine klare Aussage über den Ausgang des Prozesses möglich war. Mit der nun erfolgten Urteilssprechung wurde dieser Bereich geplant.

Der Stadtrat stimmte der Kostenerhöhung in seiner Sitzung am Mittwochabend mit fünf Stimmenthaltungen zu, nachdem der Finanzausschuss dazu bereits eine Empfehlung abgegeben hatte. Die Mehrkosten will die auch 2022 unter vorläufiger Haushaltsführung stehende Stadt über Einnahmen aus Grundstücksverkäufen und Haushaltsresten aus abgeschlossenen Baumaßnahmen decken.

Vor einigen Tagen haben die Arbeiten an einer neuen Alarmsausfahrt begonnen. Dafür wurde die Ampelanlage an der Kreuzung Würzburger/Auenstraße/Straße Am Bahnhof vorübergehend außer Betrieb ge-nommen. Zum Abschluss der Bauarbeiten und zum Termin der Inbetriebnahme des Brand- und Katastrophenschutzzentrums, das eine bereits fertiggestellte neue Halle für zwölf Einsatzfahrzeuge und die Ertüchtigung des Schlauchturmes mit Einbau einer Schlauchpflegeanlage vorsieht, wollte Stadtsprecherin Ingrid Pabst auf Nachfrage am Donnerstag keine Aussage treffen.