Interview mit Lukasz Marciniak, Co-Trainer des VfB Suhl „Laszlo ist Laszlo und ich bin ich“

Nachdem Cheftrainer Laszlo Hollosy nach seiner dritten Roten Karte für das zweite Playoffspiel am Samstag gesperrt war, übernahm Suhls Co-Trainer Lukasz Marciniak das Kommando an der Seitenlinie. Wir sprachen mit dem 30-jährigen Polen zwischen Spiel Nummer zwei und drei.

Schwerin - Nachdem Cheftrainer Laszlo Hollosy nach seiner dritten Roten Karte für das zweite Playoffspiel am Samstag gesperrt war, übernahm Suhls Co-Trainer Lukasz Marciniak das Kommando an der Seitenlinie. Wir sprachen mit dem 30-jährigen Polen zwischen Spiel Nummer zwei und drei.

Herr Marciniak, mussten Sie üben, genauso zu sein wie Laszlo Hollosy, der ja während eines Spiels total emotional ist?

Nein, das musste ich nicht, und ich habe auch nicht geübt. Wir sind zwei verschiedene Typen von Trainern, das ist ja auch ganz normal. Laszlo ist Laszlo und ich bin ich. Am Ende zählt, dass wir uns gut ergänzen und gut zusammenarbeiten. Solange das gewährleistet ist, ist alles gut.

Hatten Sie während des Spiels in irgendeiner Weise Kontakt zu Laszlo Hollosy?

Nein, gar nicht. Das wäre nach den Regeln der Volleyball-Bundesliga auch gar nicht erlaubt gewesen. Wir haben vor dem Spiel miteinander gesprochen und die Taktik zurechtgelegt. Als wir die Halle betreten haben, waren Absprachen verboten.

Wie nervös waren Sie vor dem Anpfiff?

Gar nicht so sehr. Es ist ja nicht meine erste Erfahrung als Cheftrainer gewesen, das war ich ja auch schon beim SC Potsdam oder in meinem Heimatland Polen. Insofern war diese Situation also nicht neu für mich. Ich wusste, worauf ich mich fokussieren muss und habe das, so hoffe ich, auch umgesetzt.

Wie schätzen Sie es ein: Warum hat der VfB Suhl nach dem gewonnenen ersten Satz nachgelassen? Oder anders gefragt: Warum hat der Schweriner SC gewonnen?

Schwerin hat extrem gut gespielt. Wir haben vielleicht den Fehler gemacht, uns in manchen Situationen zu früh aufzugeben. Wir sind nicht in diesen Kampfmodus hineingekommen, der uns am Mittwoch noch ausgezeichnet hat und der in dieser Saison auch so charakteristisch für uns ist. Diesmal waren wir nervös, mitunter auch verkrampft.

Was denken Sie, ist im Entscheidungsspiel am Sonntagabend noch möglich?

Grundsätzlich natürlich alles. Wir müssen aber die Chancen nutzen, die sich für uns ergeben. Am Ende dürfen wir aber nicht vergessen, gegen wen wir da spielen. Der Schweriner SC ist das Nonplusultra im deutschen Frauen-Volleyball. Sie haben in dieser Saison mit dem Pokal und dem Supercup schon zwei Trophäen geholt.

Interview: Claudia Fehse

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