Hauärztin Schmalkalden „Ich wünsche mir, einen geeigneten Spender zu finden“

Am 7. Mai steht in Schmalkalden alles im Zeichen der Hilfe für die an Leukämie erkrankte Hausärztin Stefanie Rasfeld. Darüber sprachen wir mit Claudia Widder vom Blutspendedienst.

Im Rahmen der Blutspende kann man sich auch typisieren lassen. Foto: picture alliance/dpa



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Frau Widder, können Sie uns kurz erklären, worum es bei dieser Aktion geht?

Claudia Widder: Ja, Frau Dr. Rasfeld leidet an akuter Leukämie und es kann ihr nur eine Stammzellspende helfen. Bisher hat sie immer anderen Menschen geholfen und ist jetzt selbst auf deren Hilfe angewiesen. Deshalb suchen wir nach einem geeigneten Spender und führen diese Aktion durch.

Viele Menschen haben schon davon gehört, wissen aber nicht genau, was eine Typisierung bedeutet. Können Sie das kurz erklären?

Bei einer Typisierungsaktion wird nach genetischen Übereinstimmungen zwischen dem Spender und dem Empfänger gesucht. Das kann entweder durch eine Blut- oder Speichelprobe erfolgen. Die Merkmale müssen nahezu identisch sein, so dass die gespendeten Zellen nicht abgestoßen werden.

Wer kann sich typisieren lassen und wie können die Menschen helfen, die sich nicht mehr typisieren lassen können?

Bei dieser Aktion ist jeder gesunde Mensch zwischen dem 17. und 55. Lebensjahr aufgerufen, sich typisieren zu lassen. Es ist nicht leicht mit so einer Diagnose umzugehen. Deshalb ist es ungeheuer wichtig, seine Unterstützung bei den betroffenen Familien anzubieten.

Viele haben Angst vor der Spende selbst. Wie läuft diese ab?

Nach der Registrierung erfolgt im Labor die Analyse der Gewebemerkmale, dann nimmt die DSD wieder Kontakt mit dem möglichen Spender auf. Es erfolgt eine Blutentnahme durch den Hausarzt. Bevor es zur eigentlichen Entnahme der Stammzellen kommt erfolgt eine umfassende Beratung und Betreuung durch die DSD. Und wenn alles ohne Komplikationen verläuft, hat man dem Betroffenen ein 2. Leben geschenkt.

Warum ist es so wichtig, dass sich gerade jetzt viele Menschen registrieren?

Es ist sehr schwer einen „genetischen Zwilling“ für einen Patienten zu finden. Deshalb haben wir den Aufruf gestartet, denn je mehr sich registrieren lassen, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit einen passenden Spender für Frau Dr. Rasfeld zu finden.

Wie kann man konkret helfen?

Unsere Aktion findet am Donnerstag, 7. Mai, in der Mehrzweckhalle in Schmalkalden statt. Es gibt die Möglichkeit sich in der Zeit von 16 bis 19 Uhr in Verbindung mit einer Blutspende oder von 16 bis ca. 20 Uhr mit Stäbchen typisieren zu lassen.

Wenn man bereits Blutspender ist und sich in diesem Rahmen hat typisieren lassen, ist man dann für immer in die Kartei der Stammzellspender aufgenommen?

Das ist richtig. Dann ist man bereits registriert.

Zum Abschluss: Was möchten Sie den Menschen mitgeben?

Ich wünsche mir, dass wir einen geeigneten Spender für Stefanie Rasfeld finden.

Die Blutspendeaktion, verbunden mit der Typisierung, unterstützt auch der ambulante Hospiz- und Palliativberatungsdienst Schmalkalden mit einem Kuchenbasar.