Internet-Phänomen Memes aus Ilmenau sorgen für Lacher im Netz

Lustige Bilder und Videos im Internet – so genannte Memes – sorgen immer wieder für ein Schmunzeln. Auch vor Ilmenau macht das Internet-Phänomen keinen Halt. Freies Wort hat einige Memes zusammengesucht und mit dem Macher einer Instagram-Seite gesprochen..

Einen Witz zu erklären ist, wie einen Frosch zu sezieren. Man versteht ihn besser, aber er stirbt dabei. Das gilt auch für sogenannte Memes (gesprochen Miems), die zuhauf im Internet kursieren. Memes sind lustige Fotos oder Videos. Sie veräppeln oder imitieren bekannte Personen und Situationen, die zumeist zuvor in den Medien Aufsehen erregt haben oder eine allgemein bekannte Situation aufs Korn nehmen. Besonders beliebt sind Fotos, die durch witzige Kommentare einen anderen Sinn erhalten.

Erfolgreiche Memes entwickeln sich zu „viralen“ Phänomenen – das heißt, die Internetnutzer teilen sie massenweise. Das Wort „Meme“ stammt von „mimema“, griechisch für „imitieren“.

Doch es müssen nicht immer Memes über große Ereignisse oder globale Geschehnisse sein. Auch über Ilmenau lassen sich etwa zahlreiche solcher Fotos und Videos im Internet finden. Verbreitet werden sie über verschiedene Whatsapp-Gruppen oder beispielsweise über die Instagram-Seite „ilmenauer.memes“. Etwa 2500 Menschen haben diesen Kanal bereits abonniert.

Hinter der Seite steckt der 24-jährige Maurice Ligewie. Er kommt eigentlich aus Karlsruhe, studiert aber derzeit an der TU Ilmenau Medienwirtschaft. In der südwestdeutschen Großstadt, so sagt er, gibt es solche Meme-Seiten schon länger. „Die sind dort auch relativ groß“, weiß er. Als ihm vor etwas mehr als eineinhalb Jahren in der Klausurenphase langweilig war, hat er nach einer Ablenkung gesucht. „Ich hab mich dann von den Seiten, die es bereits gibt, inspirieren lassen“, sagt er.

Dass Memes bei der jungen Generation so beliebt sind, liegt seiner Meinung nach daran, dass jeder die lustigen Bilder versteht. „Man braucht kein großes Hintergrundwissen“, so Maurice Ligewie. „Es ist quasi ein bebilderter Witz.“ Und die könne man auch ganz einfach auf eine lokale Ebene herunterbrechen.

Auf viele Ideen für seine Memes kommt der Student selbst. „Manchmal sind es aktuelle Ereignisse, manchmal auch einfach nur wiederkehrende Sachen, die man auf Social-Media-Kanälen findet. Daraus kann ich dann was für Ilmenau machen“, erklärt er. Es kommt aber auch vor, dass er fertige Memes zugeschickt bekommt. „Das ist so 50:50“, sagt Maurice Ligewie.

Das Feedback für seine Seite sei bisher fast nur positiv gewesen. „Es gibt nur ganz selten mal Kritik. Wenn ich was Politisches poste, gehen beispielsweise die Abos runter. Aber das ist mir eigentlich recht egal“, sagt er. Nicht sonderlich gut seien Arnstädter auf manche seiner Memes zu sprechen. „Das ist ein bisschen ein durchgehender Faden unter uns Studenten, dass man sich über Arnstadt lustig mache. Das greife ich natürlich auch auf“, sagt Maurice Ligewie. „Manche fühlen sich davon angegriffen, ich weiß aber nicht, ob sie das dann auch wirklich ernst meinen.“

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