Internationaler Tag der Pflege Ilm-Kreis hat niedrigsten Anteil an Pflegeberufen

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Der Ilm-Kreis hat den niedrigsten Anteil an Pflegeberufen in ganz Mittelthüringen. Nur vier Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Ilm-Kreis arbeiten in Berufen der Gesundheits- und Altenpflege.

Arnstadt/Ilmenau - Der Ilm-Kreis hat den niedrigsten Anteil an Pflegeberufen in ganz Mittelthüringen. Darüber informierte die Bundesagentur für Arbeit anlässlich des Internationalen Tags der Pflege am Mittwoch.

Demnach arbeiten vier Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Ilm-Kreis in Berufen der Gesundheits- und Altenpflege. Damit sind 1592 Menschen in Pflegeberufen beschäftigt. In den vergangenen fünf Jahren war die Zahl der Beschäftigten im Durchschnitt aller Berufe und die der Pfleger weitestgehend stabil. Mit einem Anteil von 84 Prozent üben deutlich mehr Frauen einen Pflegeberuf aus als Männer.

Durch den hohen Bedarf gibt es kaum Menschen, die mit einem Pflegeberuf arbeitslos sind – im Ilm-Kreis waren es 2020 im Jahresdurchschnitt 47. „Die Branche bietet sehr gute Einstiegs- und Aufstiegsmöglichkeiten. Ob über eine Ausbildung, ein Studium oder eine Weiterbildung – sowohl für Berufseinsteiger als auch für Bewerber, die eine neue Perspektive als Fachkraft suchen. Wir fördern berufliche Weiterbildungen und unterstützen dabei, den Bedarf zu decken“, sagt Holger Bock, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Erfurt.

Schulabgänger, die sich für das Berufsfeld interessieren, sollten wissen, dass die Ausbildungsberufe Altenpflege und Gesundheits- und Krankenpfleger zum Pflegefachfrau/Pflegefachmann zusammengeführt wurden. Damit erwerben sie in der dreijährigen Ausbildung einen generalistischen Berufsabschluss, der einen Arbeitseinsatz in Pflegeheimen genauso ermöglicht wie in Kliniken.

Wie wichtig die Pflegekräfte im Ilm-Kreis sind, betonte auch Landrätin Petra Enders in einer Stellungnahme. „Sie versorgen nicht nur erkrankte und pflegebedürftige Menschen. Sie geben Halt am Pflege- und Krankenbett, sind die wichtigsten Ansprechpartner für viele ältere Menschen und halten mit ihrer Einsatzbereitschaft das belastete Gesundheitswesen am Laufen. Dafür verdienen sie nicht nur unseren Dank, sondern auch mehr Anerkennung“, so die Landrätin. Zwar hätten mit den Pflegestärkungsgesetzen und dem Pflegepersonal-Stärkungsgesetz schon einige, wichtige Verbesserungen für Pflegeberufe wie auch Pflegebedürftige angeregt werden können: „Doch bis zur vollständigen Umsetzung über die Pflegekassen ist es noch ein langer Weg. Noch immer leidet der Beruf unter Personalmangel, einem hohen Bürokratieaufwand, der vom Wesentlichen, der Fürsorge für andere Menschen, ablenkt, und überholten Strukturen. Wir brauchen eine deutliche Anerkennung des Berufsbildes, einen Personalschlüssel, der den tatsächlichen Aufgaben und Bedürfnissen der zu pflegenden Personen entspricht, sowie den zügigen Ausbau der Digitalisierung zur Vereinfachung und Reduzierung des bürokratischen Aufwandes. Ich sehe da vor allem dem Bundesgesetzgeber und die Pflegekassen in der Pflicht“, so Enders.

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