Internationaler Tag der Kinderrechte Aufgeklärte Kinder sind starke Kinder

Material für das Präventionsprogramm „Mein Körper gehört mir“. Foto: privat

Den Internationalen Tag der Kinderrechte am 20. November nimmt der Kinder- und Jugendschutzdienst Allerleirauh zum Anlass, um auf das Thema Kinderrechte aufmerksam zu machen. Zudem führt die Suhler Einrichtung Präventionsangebote an einer Schule durch.

Suhl - Am 20. November ist Internationaler Tag der Kinderrechte – der Tag, an dem 1989 die UN-Kinderrechtskonvention verabschiedet wurde, die für alle Kinder auf der Welt gilt. Der Deutsche Bundestag hat zugestimmt und seit dem 5. April 1992 gilt die Kinderrechtskonvention auch in Deutschland.

Als Völkerrecht steht die UN-Kinderrechtskonvention sogar noch über dem Grundgesetz und muss bei der Gestaltung innerstaatlichen Rechts zwingend berücksichtigt werden. Die in der UN-Kinderrechtskonvention niedergelegten Mindeststandards haben zum Ziel, die Würde, das Überleben und die Entwicklung aller Kinder auf der Welt sicherzustellen. In den 54 Artikeln der Kinderrechtskonvention werden Kindern umfassende Schutz-, Förder- und Beteiligungsrechte zuerkannt. Einer der wohl wichtigsten Artikel dieser Konvention ist der Artikel 19 der UN-Kinderrechtskonvention, der die Vertragsstaaten verpflichtet, Kinder vor jeder Form der Gewaltanwendung, vor Misshandlung, Vernachlässigung und sexuellem Missbrauch zu schützen. Die Rechte der Kinder sind auch Ziel und Leitbild aller Bemühungen der Kinder- und Jugendhilfe.

Über Kinderrechte informieren

Kinder haben das Recht auf Schutz vor Gewalt, Missbrauch und Ausbeutung. Sie haben das Recht über ihren Körper zu bestimmen und das Recht, sich alle Informationen zu beschaffen, die sie brauchen, um ihre eigene Meinung zu verbreiten. Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, sie im Bewusstsein ihrer Rechte zu fördern. Der Kinder- und Jugendschutzdienst „Allerleirauh“ in Suhl informiert Kinder im Rahmen von Beratung und Prävention über diese Rechte, um sie so vor möglichen Gefahren zu bewahren.

„Wir sind der Auffassung, dass nur informierte Kinder in der Lage sind, sich beteiligen und beschweren zu können – insbesondere auch dann, wenn sie ihre Rechte kennen und es Schutzkonzepte in Kita, Schule, Heim oder Tagesgruppe gibt“, sagt Manuela Thoma. Kinder sollten in der Lage sein zu erkennen, wann Grenzverletzungen stattfinden und wissen, wo sie sich Hilfe holen können, führt die Leiterin des Schutzdienstes aus. Nach dem Motto: aufgeklärte Kinder sind starke Kinder.

Präventionsarbeit an Schulen

Das Team von Allerleirauh nimmt den Tag der Internationalen Kinderrechte zum Anlass, um darauf aufmerksam zu machen und führt derzeit an einer Suhler Grundschule an drei aufeinanderfolgenden Tagen die Präventionsveranstaltung „Mein Körper gehört mir – Prävention von sexuellem Kindesmissbrauch“ durch. Das Präventionsangebot unterliegt einem allgemein bestärkenden Ansatz, der sich dadurch auszeichnet, dass Kinder in ihrem generellen Selbstvertrauen, im Bewusstsein ihrer Rechte, im positiven Erleben ihres Körpers und in ihrer Sprachfähigkeit im Hinblick auf Sexualität und Körper gefördert und gestärkt werden sollen.

Der Kinder- und Jugendschutzdienst „Allerleirauh“ des Trägerwerks Soziale Dienste in Thüringen GmbH ist eine Fachberatungsstelle für Kinder und Jugendliche, die von Gewalt bedroht oder betroffen sind und wird von der Stadt Suhl finanziert. Die Beratung ist kostenfrei und auf Wunsch anonym. „Allerleirauh“ ist ebenso Ansprechpartner für Schulen und Kindertagesstätten, wenn es um Präventionsangebote geht.

Der Kinder- und Jugendschutzdienst befindet sich in der Bahnhofstraße 17 in Suhl und ist telefonisch unter Tel. (0 36 81) 30 99 90, über die Signal Messenger App und der Nummer 0162/2 66 52 20 sowie per E-Mail an kjsdsuhl@twsd-tt.de erreichbar.

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