Vertreter der Tourismusbranche sind hingegen besorgt. Wegen des Baustopps für den Glasaufzug warnen sie vor einem Imageschaden. "Das ist keine kleine Investition", sagte Putu Darmaya, Chef des Hotel- und Gaststättenverbands im Bezirk Klungkung, zu dem Nusa Penida gehört. "Warum dagegen sein, wenn der Aufzug fast fertig ist?" Die Entscheidung, das Projekt auf Eis zu legen, könne Investoren abschrecken. "Wir befürchten, dass sie am Ende abwandern und wir mit den Bauruinen zurückbleiben."
Unmut bei Touristen
Unter Reisenden löst das Projekt dagegen Unmut und Skepsis aus. Hilmi Razak, ein Tourist aus Malaysia, sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Als jemand, der die Natur liebt, fällt es mir schwer, dieses Bauvorhaben zu rechtfertigen. Wenn der Abstieg zum Strand zu anstrengend ist, sollte man vielleicht besser zu Hause bleiben." Anwohner Made Sediana sagt der Zeitung "Bali Sun": "Ich glaube, die Touristen kommen nach Nusa Penida, um das wunderschöne Panorama zu genießen, nicht wegen der Aufzüge."
Ob der umstrittene Glas-Lift jemals in Betrieb geht, ist unklar. Eine endgültige Entscheidung will die Provinzregierung am Montag (17. November) treffen – pünktlich zur Vorstellung des Haushalts für 2026. Bis dahin bleibt der Blick von der Klippe auf Kelingking Beach zwar atemberaubend – aber der unfertige Bauturm wirkt bereits wie ein Mahnmal für den Drahtseilakt zwischen wirtschaftlichen Interessen und dem Erhalt von Balis einzigartigen Naturwundern.