Insektensommer Nabu ruft zum Insektenzählen auf

Die Gemeine Wespe mit Foto: /Peter Brixius

Eine gute Woche lang werden deutschlandweit Insekten gezählt. Der Nabu ruft dafür vom 6. bis 15. August auf. Damit kann die Artenvielfalt und ihre geografische Verteilung bestimmt werden.

Jena/Hildburghausen - Schwarzgelb, unbeliebt, aber auch unersetzlich: Wespen haben ein Imageproblem. Beim deutschlandweiten Insektensommer, der für den Zeitraum 6. bis 15. August ausgerufen ist, kann man Insekten besser kennen- und schätzen lernen. Immer wieder erreichen die Nabu-Landesgeschäftsstelle Anrufe zu den besonders im Hochsommer aktiven Wespen und ihren Nestern, sagt der Insektenexperte Ronald Bellstedt vom Nabu Thüringen. „Wir vermuten, dass es wegen des kühlen und verregneten Frühlings weniger Wespen gibt.“

Wespen sind enorm wichtig. Sie bestäuben Nutzpflanzen und vertilgen Schädlinge. Zudem beseitigen sie Aas. Die in Deutschland häufig vorkommende Gemeine Wespe gehört zu jenen mit einem Wehrstachel. Wer die Tiere nicht bedrängt, hat wenig zu befürchten. Wespen sollen bei der Insektenzählung genauso gemeldet werden wie andere Sechsbeiner. Wer diese Tiere nicht kennt, kann sie mit dem Nabu-Insektentrainer erkennen.

Die Zählung bietet unter anderem auch die Möglichkeit herauszufinden, ob der heimische Siebenpunktmarienkäfer oder der Asiatische Marienkäfer häufiger zu sehen ist. Letzterer wurde erst vor wenigen Jahrzehnten eingeschleppt. Der Nabu analysiert die Ergebnisse und erhält dadurch eine Fülle wertvoller Informationen. So entsteht eine bundesweite Auswertung nach Insektenarten, Bestandszahlen, Bestandsentwicklungen und Beobachtungsorten.

Beobachten und zählen kann jeder und das fast überall: Garten, Balkon, Park, Wiese, Wald, Feld, Teich oder Bach. Das Beobachtungsgebiet soll nicht größer sein als etwa zehn Meter in jede Richtung vom eigenen Standpunkt aus. Gezählt wird eine Stunde.

Gemeldet werden können die Beobachtungen per Online-Formular oder mit der kostenlosen Web-App Nabu Insektensommer.

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