Innung hilft Kurze und unbürokratische Hilfe für das BBZ

Anja Brückner nahm von Daniel Hinske und Isabell Heidenreich (von links) den Schlagschrauber entgegen. Foto: MBAT

Der Fachbereich Elektrotechnik braucht einen Akku-Schlagschrauber. Doch der Vorlauf zur Genehmigung solcher Anschaffung für das BBZ Meiningen ist zumeist lang.

Meiningen - Der Fachbereich Elektrotechnik des Berufsbildungszentrums Meiningen in der Gartenstraße benötigte ein Werkzeug für die aktuell noch an diesem Berufsschulstandort auszubildenden Klassen. die Elektroinnung Rhön-Rennsteig half innerhalb von wenigen Tagen auf kurzem und unbürokratischem Weg. Deren Vertreter übergab am 10. Dezember einen Akku-Schlagschrauber an die Leiterin des Berufsbildungszentrums, Anja Brückner sowie an den Fachschullehrer André Teichmann.

Ein Dankeschön geht an Herrn Wiesel, Außendienstmitarbeiter der Firma Hilti, welcher der Elektroinnung ein Vorführgerät zu vergünstigtem Preis für die Berufsschule zur Verfügung stellte.

Die unkomplizierte Unterstützung durch die Elektroinnung mit dem Obermeister Daniel Hinske, Gebäude- und Anlagentechnik Haina GmbH in Römhild und Isabell Heidenreich, Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft, war notwendig, da einerseits die Förderanträge für Anschaffungen einer großen Vorlaufzeit bedürfen. Andererseits war schon im Frühjahr 2020 als Vorgriff auf den Schulnetzplan 2022 durch das Landratsamt Schmalkalden-Meiningen und das Schulamt beschlossen worden, dass der Berufsschulstandort für die Elektoniker ab dem Ausbildungsjahr 2022 wegfällt. Die Klassen, die ihre Ausbildung noch am Standort Meiningen beenden dürfen, sind aber auf die Ausbildungsmittel angewiesen.

Alle neuen Ausbildungsverhältnisse werden seit diesem Jahr am Berufsschulstandort Sonneberg beschult. Ein Wahlrecht für Ausbilder und Auszubildende, stattdessen die Berufsschule in Bad Salzungen besuchen zu dürfen, ohne dass Gastschulanträge gestellt werden müssen, wurde nach Gesprächen durch die Handwerkskammer Südthüringen vom Wartburgkreis eingeräumt. Denn die Fahrtwege nach Sonneberg, beachtet man zum Beispiel die Randgebiete des Landkreises Schmalkalden-Meiningen, zum Beispiel die Stadt Brotterode-Trusetal, wären für Auszubildende und auch für die Unternehmen mit erhöhten Aufwendungen für Fahrtkosten oder Unterbringung verbunden. Selbst für einige Unternehmen, welche ihren Standort in Meiningen und Umgebung haben, ist dieses Wahlrecht nicht zufriedenstellend. Diese bezahlen nun beispielsweise die Unterkunft für ihre Lehrlinge im Internat in Sonneberg. Das bedeutet nur noch höhere Aufwendungen für die Berufsausbildung neben dem ohnehin bestehenden Problems des Nachwuchskräftemangel.

Der Wegfall des Berufsschulstandortes Meiningen stellt einen großen Verlust dar. So werden in Meiningen nicht nur die Elektriker, sondern unter anderem auch Metallbauer, Anlagenmechaniker Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik und Klempner ausgebildet. Alle haben elektrotechnische Grundlagen in ihrer Ausbildung zu durchlaufen.

Die Elektroinnung Rhön-Rennsteig versuchte bereits im Frühjahr 2020 gemeinsam mit der Handwerkskammer Südthüringen in Gesprächen mit der Landrätin zu intervenieren, leider erfolglos. Zu hoch seien die finanziellen Mittel, welche in den Fachbereich investiert werden müssten. Ebenso stellt der seit Jahren zu beobachtende Fachkräftemangel an Lehrern ein weiteres Problem dar. Viele gut ausgebildete Fachlehrer gehen, auch in anderen Fachbereichen, in den nächsten Jahren in Altersrente. Hier ist eine sofortige Kompensation notwendig, stellt Isabell Heidenreich fest.

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