Infrastruktur Neue Wasserleitung für das Heldburger Unterland

In den vergangenen Tagen hatten die Arbeiter mit den niedrigen Temperaturen zu kämpfen. Damit das Rohr geschweißt werden kann, braucht es Temperaturen ab 5 Grad Celsius. Foto: frankphoto.de/Bastian Frank

Auf gut 1300 Metern Länge wird zwischen Streufdorf und Stressenhausen neue Wasserleitung gelegt. Die alte Leitung war störanfällig.

Streufdorf - Auf etwa 1300 Meter Länge wird dieser Tage die Hauptwasserleitung ins Heldburger Unterland erneuert. Ein fälliger Schritt, denn immer häufiger war es in diesem Bereich zu Rohrbrüchen gekommen, erklärt Andreas Höhn. Er ist im Wasser- und Abwasserverband Hildburghausen (WAVH) Abteilungsleiter im Wasserwerk.

„In der Regel hatten die Rohrbrüche auf dieser Strecke erhebliche Auswirkungen“, sagt er. Zum einen sei ein Bruch meist mit erheblichem Wasserverlust einhergegangen. Zum anderen sei dann bis zur Reparatur das ganze Unterland stundenlang ohne Wasser gewesen. Die alten Leitungen, sagt Höhn, hätten inzwischen ihre Lebenszeit erreicht. Besonderen Vorschub für die zahlreichen Brüche legt aber auch die Geologie. Der besondere, lehmige Boden sei kalkaggressiv, nehme Bestandteile aus dem Zement der Rohre auf und zersetzt auf diese Weise die Hülle. „Das ist verrückt: Im Innern sehen die Rohre noch wie neu aus, aber von außen sind sie total weich“, sagt Höhn.

Problematisch sei es zudem gewesen, dass die Brüche meist nachts auftraten. „Dann ist der Druck auf der Leitung am größten, weil die Hochbehälter wieder gefüllt werden“, erklärt der Fachmann.

In der vergangenen Woche haben die Arbeiten zum Verlegen einer neuen Kunststoffleitung begonnen. Mit etwas Verzug, weil das Wetter den Arbeitern einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. „Die Kunststoffleitung kann nur bei Temperaturen ab 5 Grad Celsius geschweißt werden. Um das zu realisieren mussten wir Zelte aufstellen und beheizen“, sagt Höhn. Man wolle die Arbeiten, die über eine landwirtschaftliche Fläche der Agrar GmbH Streufdorf verläuft, möglichst zügig abschließen. So dass der Landwirtschaftsbetrieb noch rechtzeitig die Vegetationsperiode nutzen könne. „Wir hoffen, Mitte bis Ende nächster Woche fertig zu sein“, so Andreas Höhn. Die Arbeiten verliefen sonst relativ zügig. Zuerst sei der Mutterboden abgetragen worden, bevor mit einer Fräse der Verlegekanal geschaffen wurde.

Danach sollte die Wasserleitung möglichst für die nächsten 50 Jahre halten. Um den Wasserpreis für die Kunden halten zu können, müsse man möglichst langfristig denken. Wichtig sei es aber auch, auf dem neuesten Stand der Technologie zu bleiben. Viele Arbeiten im Wasserbereich würden von eigenen Mitarbeitern ausgeführt, erklärt Andreas Höhn. Da der Bereich sensibel sei, müsse man rasch reagieren können.

Auch die kommenden Bauvorhaben führen die Wasserwerker vom WAVH ins Heldburger Unterland. In Albingshausen und Ummerstadt werden die nächsten Baustellen sein.

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