In Zella-Mehlis Gründung einer Gemeinschaftsschule?

Auf dem Weg zu einer Gemeinschaftsschule in Zella-Mehlis hat die Konzeptgruppe einen wichtigen Schritt abgeschlossen und will das Schulkonzept im Ministerium einreichen.

Das Ehrhardt-Gymnasium soll als Schulstandort erhalten bleiben, ebenso alle anderen Schulen. Foto: Archiv Michael Bauroth

Nachdem in den vergangenen Monaten gemeinsam intensiv und konstruktiv an dem zukünftigen Schulkonzept für eine Thüringer Gemeinschaftsschule (TGS), die von Klasse eins bis zwölf reicht, gearbeitet wurde, sind die Planungen nun beendet. Das gemeinsam erarbeitete Schulkonzept ist vollständig erstellt. „Damit ist ein wichtiger Grundstein gelegt, gleichwohl bedeutet dieser auch, dass weitere wichtige Arbeitsschritte noch folgen müssen. Dazu gehört beispielsweise ein Kreistagsbeschluss über die Gründung einer TGS in Zella-Mehlis. Eine entsprechende Beschlussvorlage ist für die Kreistagssitzung Ende Februar vorgesehen“, teilt Stadtsprecherin Linda Münzel mit.

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Der Konzeptgruppe, in der Vertreter aller Schulen in Zella-Mehlis sowie des Schulamtes Südthüringen und der Stadt Zella-Mehlis sowie punktuell des Schulträgers in den vergangenen Monaten arbeiteten, ist es gelungen, die Zella-Mehliser Schulen für die kommenden Jahrzehnte neu auszurichten. „Wir haben eine zukunftsfähige Entscheidung getroffen und gemeinsam daran gearbeitet, eine qualitativ hochwertige Bildungslandschaft für die Stadt Zella-Mehlis und den Landkreis Schmalkalden-Meiningen zu entwerfen“, erklärt Bürgermeister Torsten Widder gemeinsam mit Michael Kaufmann, Leiter des Schulamts Südthüringen, und Landrätin Peggy Greiser.

Kooperation keine langfristige Lösung

Die Entwicklung einer Thüringer Gemeinschaftsschule mit den Klassen eins bis zwölf für Zella-Mehlis hatten das Schulamt, der Landkreis Schmalkalden-Meiningen als Schulträger und die Stadt als Schulsitzgemeinde angestoßen und begleitet. Notwendig geworden war dies, nachdem im Frühjahr 2025 bekannt geworden war, dass es keine Jahrgangsstufe elf am Heinrich-Ehrhardt-Gymnasium geben werde und das Kooperationsmodell mit dem Suhler Friedrich-König-Gymnasium nicht die erhoffte langfristige Lösung bringen würde.

Die Thüringer Gemeinschaftsschule soll zum Schuljahr 2026/2027 an den Start gehen und wird Schülern ermöglichen, perspektivisch alle allgemeinbildenden Schulabschlüsse einschließlich des Abiturs zu erwerben. An den verschiedenen Schulstandorten lernen Schüler gemeinsam und jahrgangsübergreifend. Die Konzeptgruppe hat dafür zusammen mit den Regionalberatern der Thüringer Gemeinschaftsschulen und den Referenten des Schulamtes Südthüringen alle inhaltlichen Schwerpunkte erarbeitet und festgelegt. Die Eltern der zukünftigen Schulanfänger, die im August 2026 eingeschult werden, sowie die Eltern der Schüler, die von der Grundschule an eine weiterführende Schule übertreten, werden derzeit in umfangreichen Informationsveranstaltungen über die zukünftig neue Schulform in Zella-Mehlis informiert.

So erfolgt bis zur Klassenstufe sechs der Unterricht im Klassenverband bei einheitlichem Lehrplan. Je nach Entwicklung lernen Schüler ab Klasse sieben in allen Fächern auf drei Anspruchsebenen (Hauptschul-, Realschul- oder Gymnasialniveau). Die Wahl des angestrebten Schulabschlusses erfolgt erst mit dem Halbjahreszeugnis beziehungsweise zum Ende der 8. Klasse. Auch nach Klasse zehn kann bei entsprechender Leistung der Übergang in die gymnasiale Oberstufe erfolgen – und das ohne Schulwechsel.

Diese Regelungen gelten ab Schuljahr 2026/2027 zunächst für die Klassenstufen eins bis fünf. In einer Übergangsphase – beginnend mit dem Schuljahr 2026/2027 – werden die jetzigen Klassenstufen fünf bis neun der Regelschule Martin Luther und des Heinrich-Ehrhardt-Gymnasiums in den Klassenstufen sechs bis zehn nach den Regelungen der Schularten Regelschule beziehungsweise Gymnasium fortgeführt. Die TGS sichert für diese Schüler den Erwerb des Hauptschulabschlusses, des Qualifizierenden Hauptschulabschlusses und Realschulabschlusses sowie die Teilnahme an der Besonderen Leistungsfeststellung für den Bildungsgang Gymnasium.

Konzept legt Schulstandorte fest

Im Konzept für die Gemeinschaftsschule in Zella-Mehlis sind auch die Schulstandorte festgelegt. Demnach sollen an der Schillerschule zum Schuljahresbeginn 2026/2027 Erstklässler aufgenommen werden. Weiterhin werden die Grundschulen Martin Luther und Benshausen ebenfalls künftige Schulanfänger aufnehmen, wobei Räume der Luther-Regelschule hierfür ebenso vorgesehen sind, da Schüler bis Klassenstufe sechs gemeinsam lernen. Die weiterführenden Klassen sieben bis zehn sowie die zukünftige gymnasiale Oberstufe finden ihre Lernstätte am heutigen Heinrich-Ehrhardt-Gymnasium.