Suhl Warnstreik beim Wursthersteller

Die Beschäftigten des Wurstherstellers Die frische Thüringer GmbH (Zimbo) sind am Mittwoch, 20 Uhr, in einen 19-stündigen Warnstreik getreten.

Warnstreik bei Die frische Thüringer in Suhl. Foto: Karl-Heinz Frank

„Wenn der Arbeitgeber den Beschäftigten trotz der steigenden Inflation der letzten Jahre und den erzielten Preiserhöhungen im Lebensmitteleinzelhandel eine Lohnerhöhung verweigert, dann ist das ein Schlag in das Gesicht der Kolleginnen und Kollegen“, sagt Jens Löbel , Gewerkschaft NGG Thüringen.

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Die Geschäftsleitung habe verkündet, dass durch den steigenden Mindestlohn kein Geld mehr zum Verteilen an die Beschäftigten, die oberhalb des Mindestlohns arbeiten, vorhanden wäre – und das bei 7,8 Milliarden Euro Umsatz in 2024. „Die gesetzliche Mindestlohnerhöhung darf kein Argument sein, Lohnerhöhungen zu verweigern und Beschäftigte aus unteren gegen die Kolleginnen und Kollegen aus oberen Lohngruppen auszuspielen, das ist niederträchtig! Die Kolleginnen und Kollegen lassen sich nicht gegeneinander ausspielen, sondern streiken solidarisch Hand in Hand für eine Lohnerhöhung für alle“, so die NGG weiter.

Die Gewerkschaft NGG fordert für die Beschäftigten einen tariflichen Einstiegslohn mit einem Abstand von mindestens 0,50 Euro zum gesetzlichen Mindestlohn sowie eine entsprechende prozentuale Anhebung aller weiteren Entgeltgruppen, um die Lohnstrukturen zur wahren. Dies entspricht einer Erhöhung von rund elf Prozent in der untersten Gruppe.

Einer der wirtschaftlich stärksten Fleischkonzerne

Die frische Thüringer GmbH ist Teil der Zur Mühlen Gruppe (ZMG), welche wiederum zur Premium Food Group (ehem. Tönnies Holding) gehört. Sie zählt damit zu einem der wirtschaftlich stärksten Fleischkonzerne Europas. Für Löbel von der Gewerkschaft NGG ist damit klar: „Für einen solchen Giganten in der Lebensmittelindustrie ist eine Verschlechterung der Löhne und Gehälter nicht zu rechtfertigen, wenn gleichzeitig in den letzten Jahren erhebliche Mittel für Investitionen und Konzernerweiterungen aufgewendet werden konnten.“

Auf der Homepage der Zur Mühlen Gruppe heißt es großmundig: „Mitarbeiter sind unser wertvollstes Kapital.“ Löbel stellt fest: „Derzeit scheint die Geschäftsleitung auf ihr größtes Kapital nicht besonders viel Wert zu legen. Die Beschäftigten bei Die frische Thüringer werden dem Arbeitgeber in Erinnerung rufen, wie wertvoll und essenziell ihre Arbeitskraft tatsächlich ist!“

Weitere Streikmaßnahmen geplant

Es gibt derzeit keinen weiteren Verhandlungstermin. Der Warnstreik endete am Donnerstag um 15 Uhr. Die Gewerkschaft NGG schließt weitere Streikmaßnahmen nicht aus, sollte die Arbeitgeberseite kein zufriedenstellendes Angebot vorlegen.