Staus in Sonneberg Sperrung der Ortsumfahrt sorgt für Verkehrschaos

Die Bauarbeiten der B 89 laufen nun über eine Woche und halten Betrieb und Behörden auf Trab. Nun folgen die Baudetails.

In der Früh stauen sich die Autos vor der Kreuzung beim Sonneberger Lidl. Foto:  

Das Thüringer Landesamt für Bau und Verkehr (TLBV) hat nun auf eine Anfrage dieser Redaktion reagiert und weitere Einzelheiten zu den Maßnahmen auf der B 89 und der B 4 veröffentlicht. Währenddessen kämpfen Sonneberger mit den Folgen der Umleitung über die Innenstadt.

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Die Bauarbeiten haben vielfältige Auswirkungen, was das Beispiel des Hartsteinwerks Hüttengrund in Sonneberg verdeutlicht. Betriebsleiter Udo Peterhänsel beschreibt die Einschränkungen, die seinen Betrieb direkt betreffen. Täglich verlassen rund 50 Kraftwagenfahrer das Werk, wobei jeder im Schnitt „sieben bis achtmal hin- und herfährt“. Gut zwei Drittel dieser Touren führen in Richtung Coburg, sind also direkt von der Sperrung der B 89 betroffen. Darum müssen auch sie durch die überfüllte Stadt fahren. Peterhänsel zeigt Verständnis für den Unmut der Anwohner über laute Lastwagen und aufgewirbelten Staub. „Klar ist das unangenehm, aber das ist höhere Gewalt“, erklärt er und fügt hinzu, dass auch der Betrieb selbst die Situation lieber anders hätte. Der 22 Mann starke Betrieb beliefert Firmen und Privatkunden im Gebiet Oberfranken, wobei die Kunden glücklicherweise viel Verständnis zeigen. Dennoch profitiert das Werk vom aktuellen Verkehrschaos, da der eigene Beton und Splitt in den neuen Straßenbelägen verbaut werden. „Wenn gebaut wird, freuen wir uns“, so Peterhänsel.

Die einzelnen Bauabschnitte. Foto: Thüringer Landesamt für Bau und Verkehr/HCSB/Stefan Krug

Die Polizei in Sonneberg zeigt sich zunehmend besorgt über die aktuelle Verkehrssituation in der Stadt. Andreas Barnikol, Chef der Polizeiinspektion (PI), bezeichnet die Lage als ein „richtiges Problem“. Die ohnehin umstrittenen Ampelphasen hätten sich durch den gestiegenen Verkehrsfluss noch weiter verschlimmert, findet er. Mit den aktuellen Gegebenheiten müsse man sich aber arrangieren. „Dem sind wir alle ausgeliefert“, so der PI-Chef.

Die B 89 wird zwischen Malmerz und Unterlind vom 4. Juni bis 31. Juli und erneut vom 12. September bis in den Oktober voll gesperrt. Anschließend ist die Ampelkreuzung der B 4 in Unterlind vom 21. Juli bis 2. August an der Reihe. Direkt danach, vom 4. August bis 12. September, wird die B 4 zwischen Unterlind und Ebersdorf gesperrt.

Die umfangreichen Bauarbeiten erstrecken sich über rund 8 Kilometer (6,5 km auf der B 89 und 1,5 km auf der B 4) und kosten voraussichtlich etwa 3,2 Millionen Euro. Eine weitere Vollsperrung ist für den Herbst, vom 15. September bis 2. Oktober, geplant und betrifft den ersten von drei Bauabschnitten. Der dritte Bauabschnitt an der B 4 zwischen der Kreuzung B 89/B 4 und der Kreuzung B 4/Ebersdorfer Straße ist für den Zeitraum vom 4. August bis 12. September vorgesehen.