In Oberhof Schanze als Brutstätte für Schwalben

Die Hans-Renner-Großschanze in Oberhof ist schwalbenfreundlich. Eine entsprechende Plakette wurde jetzt an den Zweckverband Thüringer Wintersportzentrum vom Naturschutzbund vergeben.

Ronny Knoll vom Zweckverband Thüringer Wintersportzentrum (links) nahm an den Oberhofer Schanzen von Tino Sauer, Schwalbenbeauftragter beim Nabu Thüringen, im Beisen Roland Burckhardt, Vorsitzender des Nabu Kreisverbandes Schmalkalden-Meiningen (rechts), die schwalbenfreundliche Plakette entgegen. Foto: /Michael Bauroth

Zum Abschluss der Schwalbensaison zeichnet der Naturschutzbund (Nabu) Thüringen die Großschanze „Hans Renner“ und den früheren Kampfrichterturm in Oberhof als schwalbenfreundlich aus. Tino Sauer, der Schwalbenbeauftragte des Nabu, übergab die Auszeichnung „Hier sind Schwalben willkommen“ in dieser Woche in Form einer Plakette an Ronny Knoll vom Zweckverband Thüringer Wintersportzentrum.

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Der Nabu beobachtet schon seit 2016, dass auch in den ungünstigen kalten Tallagen des Thüringer Waldes sich Mehlschwalben jede bietende Nische zum Brüten suchen. „Direkt unter dem oberen Schanzenbereich, am Absprungpunkt, sind jährlich zwischen vier und zehn Mehlschwalben mit Nestbau und Brut beschäftigt. Auch der denkmalgeschützte alte Kampfrichterturm wird von Mehlschwalben und Mauerseglern als Brutplatz genutzt. Damit dürften beide Objekte zu den in Thüringen ungewöhnlichsten Brutstätten für Schwalben zählen“, sagt Tino Sauer. „Dem Zweckverband Thüringer Wintersportzentrum sind diese Nutzungen auch nicht verborgen geblieben, denn der Kot der Tiere muss regelmäßig beseitigt werden. Allerdings findet der Betreiber der Sportstätten Schwalben sehr sympathisch und bringt ihnen große Toleranz entgegen.“

Sportstätte als gutes Beispiel

Die Thüringer Spätsommerschwalben in Oberhof füttern derzeit noch die letzten Zweitbruten. In den nächsten Tagen starten die Tiere dann auf ihre Reise ins afrikanische Winterquartier. Laut des Nabu-Schwalbenbeauftragten ist die Oberhofer Schanzenanlage ein gutes Beispiel für die Duldung und Akzeptanz von Schwalben im öffentlichen Raum. Durch die Verleihung einer Plakette für schwalbenfreundliche Häuser und Gemeinden in Thüringen will der Bund Menschen dafür danken, dass sie sich für den Schwalbenschutz einsetzen. In den vergangenen Jahren hat der Nabu schon fast 2000 Plaketten in Thüringen verliehen.

Weitere Informationen zum Projekt „Schwalben willkommen“ gibt es unter: www.NABU-Thueringen.de/schwalben