Fahne von Möhrenbach Plötzliche Wende im Kirmesdrama

Ein Kirmesscherz sorgt in Möhrenbach für Aufregung. Eine gestohlene Fahne, eine ungewöhnliche Forderung ... und am Ende gibt es eine überraschende Auflösung.

Hier in der Kirche war die neue Fahne noch da. Foto: Mathias Steitz

Dass sich Kirmesgesellschaften gerne mal gegenseitig einen Streich spielen, ist nichts Neues. Und auch, dass man sich untereinander die Kirmesfahnen klaut und diese dann gegen ein Fass Bier oder ähnliches „auslöst“, ist nicht ungewöhnlich. In Möhrenbach kam es jetzt allerdings zu jeder Menge Verwirrung nach dem Verschwinden der Kirmesfahne am Wochenende.

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Diese war am Samstag nach dem Einzug der Kirmesgesellschaft mit Kirmestanz von der Bühne gestohlen worden – und bis Montag nicht wieder dort aufgetaucht. Viel zu lang, meinte etwa Ortsteilbürgermeister Mathias Steitz. In einem Aufruf, den er beispielsweise über Whatsapp geteilt hatte, hatte die Kirmesgesellschaft um Mithilfe bei der Suche nach der gestohlenen Fahne gebeten: „Es ist mehr als nur ein Stück Stoff – sie steht für Tradition, Zusammenhalt und unser Dorfleben“, hieß es da. „Das hat nichts mehr mit einem traditionellen Kirmesspaß zu tun“, zeigte sich Steitz am Montagmorgen gegenüber der Redaktion noch erschüttert über den Vorfall.

Nichts ahnend, dass sich die „Verantwortlichen“, die Kirmesgesellschaft Jesuborn, da schon längst beim Fahnenträger gemeldet hatten. „Wir hätten die Fahne auch am Wochenende schon zurückgegeben, aber weder hat der Fahnenträger das Verschwinden am Samstag im Zelt ausgerufen, noch gab es ein Kirmesbegräbnis. Normalerweise gibt es die Fahne vor dem Begräbnis zurück“, so Thomas Poidinger, Kirmeschef in Jesuborn. Die (fälschlicherweise) erste Aufregung über das Verschwinden konnten seine Vereinsmitglieder deshalb gar nicht nachvollziehen.

Und auch die Auslöse- Forderung, 50 Liter Bier und 100 Bäume zu pflanzen, die Steitz zuerst utopisch nannte, machte schnell Sinn: „Damit kommt die Kirmes günstiger weg, als wenn sie uns hundert Liter Bier spendieren müsste – und außerdem ist es für den guten Zweck“, sagt Poidinger, der selbst beim Forst arbeitet und um die schwierige Situation im Wald nach den letzten Borkenkäfer-Jahren weiß. Die Pflanzaktion ist am Langen Berg geplant, sie soll in Absprache mit den Förstern dort stattfinden.

Und die Fahne? Die wurde am Montagabend auch wieder an die Möhrenbacher übergeben.