In Igelshieb Endlich wieder Kirmes!

Doris Hein

Endlich wieder Kirmes, freuten sich die Igelshieber am Wochenende. Neben zahlreichen lieb gewonnenen Traditionen gab es auch so manche Neuerung beim Feiern.

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icht an dicht saßen und standen am Freitagabend die Gäste im Festzelt neben dem Gasthof „Hirsch“. Der Kirmesverein Igelshieb hatte zur 66. Igelshieber Kirmes eingeladen. Seit dem Beginn der Festlichkeiten im Jahr 1955 musste die Tradition nur in den vergangenen beiden Jahren – aufgrund der Coronabestimmungen – abgesagt werden. „Wir haben uns sehr gefreut, einander nach so langer Zeit wieder einmal von Angesicht zu Angesicht gegenüberzustehen“, erklärte scherzhaft Vereinsvorstand Thomas Lämmchen in Erinnerung an die vielen Monate, in denen man einander nur mit Maske begegnen durfte. Etwas „eingerostet“ sei man sich vorgekommen, als am Mittwoch die Vorbereitungsarbeiten auf dem Festplatz ihren Anfang nahmen. Doch schnell habe man sich wieder hineingefunden ins harmonische Miteinander. Auch Bürgermeister Uwe Scheler waltete, trotz Coronapause, zu Festbeginn souverän seines Amtes. Nach zweieinhalb Schlägen war der Bieranstich Geschichte und das süffige Schwarzbacher floss in Strömen.

Der Wolkenbruch am Freitagabend gehört, so das 50-köpfige Veranstaltungsteam, zur Igelshieber Kirmes schon irgendwie mit dazu. „Wir sind froh, dass er mal nicht in Gestalt eines Gewitters beim Aufbau kam“, hieß es. Der Stimmung drinnen im Zelt tat das Nass auf dem Platz keinen Abbruch. Auch die Mannschaften am Rost und am Bierwagen arbeiteten munter weiter. Schließlich standen zahlreiche hungrige und durstige Gäste dort an, die etwa auf Bratwürste und Rostbrätel vom Ernstthaler Fleischermeister Koch warteten. „Auch unsere Fischbrötchen sind legendär“, betonte Lämmchen.

Es braucht keinen Schnickschnack

„Die Leute wollen das, was sie als Tradition kennen und lieben, dann sind sie glücklich“, erklärte der Vereinschef. Und meint damit, es brauche keinen Extra-Schnickschnack für eine gelungene Kirmes. Zwei Nachmittage mit Kaffee und selbst gebackenem Kuchen oder die große Getränkeauswahl, etwa bei den Cocktails, gehören allerdings schon dazu. Ebenso wie die Musik. Am Freitagabend stand die Band „Jojozeit“ auf der Bühne, und in Nullkommanichts fanden sich davor die ersten Pärchen zum Tanzen ein. Die Beschallung am Samstagabend übernahm – erstmals in der Igelshieber Geschichte – DJ Hardy. Schuld war eigentlich die Tatsache, dass sich die Festorganisatoren bis Ende April nicht sicher waren, ob es denn heuer eine Kirmes geben dürfe. Eine weitere Live-Band war dann nicht mehr zu haben. Doch der Ersatz in Gestalt des DJs erwies sich als echter Glücksgriff, das Zelt war gefüllt bis an den Rand mit zufriedenen Besuchern in Feierlaune.

Der Sonntag startete schon morgens 10 Uhr mit einer weiteren Neuerung. Nachdem viele Jahre lang die Tettauer mit ihrer Blasmusik den Frühschoppen gestaltet hatten, übernahm diesmal die Stadtkapelle Lauscha das musikalische Zepter.

Das krönende Finale der Kirmes lag einmal mehr in den Händen von „Hans im Glück“, der am Nachmittag mit zahlreichen bekannten und neuen Liedern aufwartete. So etwa mit dem Flaschenteufel-Song seines neuesten Albums „Bergheide“, bei dem ihn Mädchen und Jungen der Tanzbärchen-Gruppe aus dem Awo-Kindergarten „Tausendfüßler“ lautstark und mit enormer Begeisterung auf der Bühne begleiteten. Die kleinen Tausendfüßler hatten zwei Tänze einstudiert und durften sich nach ihrem kleinen Programm über Gratis-Runden auf dem Kinderkarussell der Härtels freuen, das zu den Traditionen bei der Igelshieber Kirmes ebenso dazu gehört wie die Versorgung der Festgäste mit Klößen und Wildgulasch aus der Küche des Gasthofs „Hirsch“.

„Es war eine gelungene Veranstaltung“, resümierte am Ende Vereinschef Lämmchen. Ein großes Dankeschön dafür geht sowohl an Familie Rempt für ihre Hilfe und das Zur- Verfügung-Stellen ihres Grundstücks als auch an die Stadt und deren Vereinsunterstützung. Natürlich aber auch an all die fleißigen Vereinsmitglieder und nicht zuletzt an die treuen Stammgäste, die teilweise drei Tage lang durchgehalten haben.

 

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