In der Heimat tief verwurzelt In der Heimat tief verwurzelt – Allee der Lebensbäume wächst

Annett Recknagel

Zehn Lebensbäumchen kamen am Samstag am Bermbacher Weg in die Erde. Die meisten der Kinder verschliefen den Beginn der Pflanzaktion.

Viernau - Der Patenonkel macht das schon. Da können Pat zwei und Papa ruhig mal schnell in die Kamera lächeln. Annalena dagegen verschlief die Aktion. Vor drei Monaten kam das zweite Kind der aus Viernau stammenden Familie in Rheinfelden in der Schweiz an. Der in der Oberlausitz geborene Papa wollte in den Heimatort seiner Frau zurück, weil er es in Viernau so schön findet. Nach zehn Jahren kehrte das Paar ihrer Wahlheimat also den Rücken und pflanzte für die kleine Annalena am Samstag einen Lebensbaum. Bruder Moritz hat schon einen Apfelbaum hier.

Natürlich waren sie nicht die einzigen stolzen Eltern, die diesmal eine Elsbeere in den Boden brachten. Zehn Familien hatten sich am Samstagvormittag auf einen zwei Kilometer langen Fußweg begeben. Es ging den Bermbacher Weg hinauf bis zu der Stelle, wo der letzte Lebensbaum stand. Zehn neue kamen dazu. Die Bäume hatte eine Viernauer Firma besorgt. Wobei sich das in diesem Jahr alles andere als einfach erwiesen hatte. Bürgermeisterin Monique Avemarg erzählte von einem Lieferengpass. Letztlich aber sei alles gut gegangen. Die Bäume standen bereit.

Die dazu gehörenden Löcher gruben die Vatis und Opis. Hier wie dort gingen auch Patenonkel und Geschwisterkinder mit ans Werk. Insgesamt war das Ganze hitverdächtig. Bei etlichen Familien stand das Bäumchen nach nicht einmal zehn Minuten. „Der Boden ist gut“, hörte man reihum. Wobei es auch Ausnahmen gab, nämlich Stellen, an denen die Pflanzer mit Steinen und verrosteten Rohren im Erdreich zu kämpfen hatten. Bestens ausgerüstet aber waren alle Familien. Mulch wurde im Eimer mitgeschleppt oder eine Leiter, ebenso Spaten, Hacken, Rechen und Gießkannen. Natürlich gab es auch allerlei Accessoires. Die kleine Lotta bekam Luftballons an ihren Baum. Auch ein Fuchsschild hatte die Familie liebevoll gestaltet.

Laurin und Marlene sind Dezemberkinder aus dem Vorjahr und damit die ältesten. Der kleine Carl Oliver war mit seinen Eltern im Urlaub. Kurzerhand schickten sich die Großeltern an, den Baum in die Erde zu bringen. Natürlich wurde sich via Smartphone verständigt. Die Bürgermeisterin gab die entsprechende Urkunde in die Hände von Oma und Opa. Jede Familie bekam ein solches Schreiben mit dem Hinweis, den Lebensbaum gut zu pflegen. Die meisten Eltern wussten das, denn etliche von ihnen pflanzten schon zum zweiten Mal. Levin war mit acht Wochen das jüngste Baby. Sein dreijähriger Bruder Jonas hat am Bermbacher Weg schon einen Baum.

Der sechsjährige Philipp darf sich im Garten seiner Oma an seinem Baum erfreuen. So lange nämlich wohnt die Familie noch nicht im Ort. Am Bermbacher Weg werden die Lebensbäumchen seit sechs Jahren in die Erde gebracht. Der erste gehört Hanna Margarete, die Anfang März 2016 geboren wurde. Die Allee sieht schon sehr schön aus. An einigen Stellen gibt es Bänke und eine überdachte Sitzmöglichkeit. Ein Zeichen dafür, wie gut sich die Eltern kümmern. Die Bäume sollen ein Symbol für die feste Verwurzelung der Familien mit ihrem Heimatort sein. Die ersten kamen vor etlichen Jahren am Stieg noch unter Regie des einstigen Bürgermeisters Manfred Hellmann in die Erde und sind längst stattliche Bäume.

 

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