Impfzentrum Meiningen Zusätzliche Impftermine angekündigt

Mit zusätzlichen Impfdosen soll ab 14. April in Meiningen mehr geimpft werden. Die Terminvergabe erfolgt ausschließlich online. Foto: dpa/Klaus-Dietmar Gabbert

Nach der Ankündigung, dass der Landkreis Schmalkalden-Meiningen als Hotspot-Gebiet 7000 zusätzliche Impfdosen bekommt, ist nun klar, wer sich damit impfen lassen kann. Bald soll auch die Anmeldung über das Impfportal funktionieren.

Meiningen - Der Landkreis Schmalkalden-Meiningen kann dank der zusätzlichen 7000 Impfdosen aus dem EU-Sonderkontingent für besonders betroffene Corona-Hotspots Impfungen für einen weiteren Personenkreis öffnen. Das teilte am Dienstag das Landratsamt in Meiningen mit. In Abstimmung mit der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen (KVT) lässt der Kreis zusätzliche Impftermine für die Priorisierungsgruppe 3 (Erhöhte Priorität) freischalten, Impfungen sind laut KVT aber nur über das erst noch einzurichtende Impfzentrum in der Meininger Multihalle und somit erst ab dem 14. April möglich.

Eine Priorisierung innerhalb der Gruppe 3 wird es nicht geben. Mit einer Ausnahme: „Wir haben uns dazu entschieden, aufgrund unserer Öffnungsstrategie im Bildungsbereich in der bereits existierenden Impfstelle in Meiningen bereits in den Osterferien ein separates Impfangebot außerhalb der normalen Öffnungszeiten für Lehrer und weiteres Personal in Schulen, das bisher noch keinen Zugang zu Schutzimpfungen hatte, einzurichten“, erklärt Landrätin Peggy Greiser. „Der Schutz des Personals ist ein wichtiger Schritt bei der Öffnung von Einrichtungen. Unser Ziel ist es, schneller zu impfen und so zu immunisieren, um damit klare Perspektiven für alle zu schaffen – und mit dieser Maßnahme vor allem für Schüler und Eltern.“ Doch auch für Busfahrer, die den ÖPNV im Landkreis absichern, ist ein entsprechendes Impfangebot vorgesehen. Eine Abfrage über das Schulamt und das Verkehrsunternehmen MBB ist bereits erfolgt.

Die verbleibenden 6000 Impfdosen können vollständig für Erstimpfungen verwendet werden, weil aus dem Kontingent nach Aussage des Thüringer Gesundheitsministeriums keine Impfstoffe für Zweitimpfungen zurückgestellt werden. Diese sollen zum benötigten Zeitpunkt aus dem Impfstoffkontingent des Landes entnommen werden. „Nach der heute erfolgten Rückmeldung an die KVT gehen wir davon aus, dass diese Termine über das Thüringer Impfportal schnellstmöglich auch für die Priorisierungsgruppe 3 freigeschaltet werden“, erklärte Landrätin Peggy Greiser am Dienstag. Sobald diese Erweiterung umgesetzt wurde, ist die Terminbuchung für alle Personen mit einem Alter von über 60 Jahren möglich. Die Termine werden ausschließlich online über das Impfportal www.impfen-thueringen.de vergeben. Dazu wird eine Extra-Kategorie „Hotspot-Region – Sonderimpfung“ eingerichtet, in der die Auswahlmöglichkeit „Landkreis Schmalkalden-Meiningen“ bestehen soll, heißt es aus dem Landratamt. Bis Redaktionsschluss war dies am Dienstag aber noch nicht geschehen.

Die Gruppe 3 (Erhöhte Priorität) umfasst folgende Personen:

• über 60-Jährige

• Personen insbesondere mit folgenden Erkrankungen: behandlungsfreie in Remission befindliche Krebserkrankungen, Immundefizienz oder HIV-Infektion, Autoim-munerkrankungen, rheumatologische Erkrankungen, Herzinsuffizienz, Arrhythmie, Schlaganfall, Asthma, chronisch entzündliche Darmerkrankung, Diabetes mellitus ohne Komplikationen, Adipositas (BMI über 30)

• bis zu zwei enge Kontaktpersonen von pflegebedürftigen Personen, die nicht in einer Einrichtung leben, die über 60 Jahre alt sind und eine der vorgenannten Erkrankungen haben

• Personen, die Mitglieder von Verfassungsorganen sind oder in besonders relevanter Position in den Verfassungsorganen, in den Regierungen und Verwaltungen, bei der Bundeswehr, bei der Polizei, beim Zoll, bei der Feuerwehr, beim Katastro-phenschutz einschließlich des Technischen Hilfswerks, in der Justiz und Rechtspflege, in den Auslandsvertretungen der Bundesrepublik Deutschland oder bei Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit mit Sitz in der Bundesrepublik Deutschland tätig sind

• Personen, die in besonders relevanter Position in Einrichtungen und Unternehmen der kritischen Infrastruktur tätig sind, insbesondere im Apothekenwesen, in der Pharmawirtschaft, im Bestattungswesen, in der Ernährungswirtschaft, in der Wasser- und Energieversorgung, in der Abwasserentsorgung und Abfallwirtschaft, im Transport- und Verkehrswesen sowie in der Informationstechnik und im Telekommunikationswesen

• Beschäftigte, die in Bereichen medizinischer Einrichtungen mit niedrigen Expositionsrisiko in Bezug auf das Coronavirus tätig sind, insbesondere in Laboren und Personal, das keine Patientinnen oder Patienten betreut

• Personen, die im Lebensmitteleinzelhandel tätig sind

• Personen, die in Kinderbetreuungseinrichtungen, in der Kindertagespflege, in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe und als Lehrkräfte tätig sind

• Personen, mit prekären Arbeits- oder Lebensbedingungen.

Einen kompletten Überblick über alle Impfberechtigten erhält man im Internet auf der Seite www.impfen-thueringen.de/impfberechtigte.html

„Wir hätten uns gewünscht, dass wir unsere Hausärzte stärker beteiligen dürfen, weil diese eine große Unterstützung signalisiert haben. Das ist aber nach Entscheidung der KVT leider nicht möglich, obwohl wir die zusätzlichen Impfdosen so schon ein, zwei Wochen eher hätten verimpfen können und dies auch kostengünstiger gewesen wäre“, bedauert die Landrätin. „Es ist aus unserer Sicht nicht die Ideallösung, denn entscheidend ist für uns, dass es nun zügig mit dem Impfen vorangeht und das will die KVT mit dem Start des Südthüringer Impfzentrums in der Meininger Multihalle gewährleisten.“ Hausärzte dürfen in Thüringen ab dem 7. April Corona-Schutzimpfungen vornehmen, sie erhalten aber zunächst von der KVT nur 20 Impfdosen pro Woche.

 

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