Nach Schätzungen der Immobilienbranche dürften dieses Jahr 215.000 Wohnungen fertig werden. Das wären etwa 20.000 weniger als 2025 und deutlich weniger als nötig. Steigenden Zinsen könnten zudem die erhoffte Erholung am Neubau abwürgen.
"Wir hoffen sehr, dass sich die Situation von 2021 bis 2024 nicht wiederholt, als die gestiegenen Energie- und Baumaterialpreise sowie Zinskosten zu deutlich gestiegenen Baukosten geführt haben und die Baunachfrage regelrecht eingebrochen ist", schrieb der Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbands HDB, Tim-Oliver Müller.
Politik unter Druck
Mehr neue Wohnungen sind erklärtes Ziel der schwarz-roten Bundesregierung, nachdem schon die Ampel-Regierung am Vorhaben von jährlich 400.000 neuen Wohnungen gescheitert war. Die amtierende Regierung will mit einem "Bau-Turbo" über schnellere Genehmigungen den schleppenden Wohnungsbau voranbringen.
LBBW-Analyst Horwedel erwartet, dass der Mangel an Wohnraum vorerst aber nicht nennenswert sinkt, trotz stagnierender Bevölkerung. "Aus eigener Kraft wird der Markt mittelfristig nicht auf mehr als 300.000 Fertigstellungen pro Jahr kommen. Dies wäre jedoch nötig, um die Wohnraumknappheit über die Zeit hin zu lindern."