Ilmenauer Innenstadt dicht Viele Menschen bei AfD-Bürgerfest und Gegendemo

Die AfD lud am Sonntagnachmittag zum Bürgerfest auf den Ilmenauer Marktplatz. Ein Demokratie-Bündnis hielt mit einer Veranstaltung am Kirchplatz und in der Marktstraße dagegen.

Ilmenau - Nichts ging mehr für Autofahrer am Sonntagnachmittag in der Ilmenauer Innenstadt. Grund dafür waren das Bürgerfest der AfD am Marktplatz und die Gegendemonstration des „Bündnis für Demokratie und Weltoffenheit“ am Kirchplatz und in der Marktstraße.

Das Demokratie-Bündnis zog zunächst vom Marktplatz zum Apothekerbrunnen und dann weiter zum Kirchplatz. In der ganzen Marktstraße gab es zahlreiche Info-Stände. „Wir sind hier, weil wir der deutschen Schlussstrich-Mentalität nicht anheim fallen dürfen“, sagte etwas Linke-Landtagsabgeordneter und Mitorganisator Christian Schaft. Man müsse immer wieder erinnern, gedenken und mahnen, denn es gäbe Kräfte, die versuchten, die Geschichte umzudeuten. „Es hieß lange Zeit, wehret den Anfänger, aber dazu ist es zu spät“, so Schaft, der sich auf die Taten des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU), das Attentat auf Walter Lübke, aber auch die rechtsextremistisch motivierten Taten von Hanau und Halle bezog. Und mit Verweis auf das AfD-Bürgerfest sagte er: „Der politische Arm der extremen Rechten sitzt in den Parlamenten.“

Bei deren Veranstaltung auf dem Marktplatz, die deutlich mehr Polizeipräsenz benötigte als die Kundgebung des Demokratie-Bündnisses, arbeiteten sich die Redner derweil an der Corona-Pandemie, der Klimakrise und der Flüchtlingsfrage ab. AfD-Stadtratsvorsitzender Jens Dietrich sprach bei den Corona-Impfungen vom „größten medizinischen Experiment“. Es ginge lediglich um ein Milliardengeschäft. Die Über- bzw. Auslastung der Intensivstationen durch Covid-19-Patienten sei durch gesetzliche Vorgaben konstruiert worden.

Marcus Bühl, Direktkandidat der AfD im hiesigen Wahlkreis für den Bundestag, sprach davon, dass die AfD für dieses Land kämpfen wolle, um „Asylmissbrauch“, „Öko-Sozialismus und Klima-Hysterie“ zu verhindern. Immer wieder wurde seine Rede von Pfiffen und Störrufen der Gegendemonstranten gestört. Darüber hinaus blieb es auf beiden Veranstaltungen aber friedlich.

Zu Beginn der jeweiligen Veranstaltungen sprach die Polizei von 100 bis 120 Teilnehmern an der Veranstaltung des Demokratie-Bündnisses und von 50 bis 60 Teilnehmern am Bürgerfest. Im Laufe des Nachmittag stiegen die Teilnehmerzahlen aber an. Schätzungsweise waren auf dem Marktplatz zwischen 100 und 150 Menschen, in der Marktstraße und am Kirchplatz zwischen 300 und 400 Menschen.

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