Ilmenau - Über Zeittafeln mit Verspätungsanzeigen verfügen die Ilmenauer Stadtbuslinien nicht und so kommt es dieser Tage auch vor, dass sich die Busreisenden an den Haltestellen erst einmal warm halten müssen. Der Busverkehr in Ilmenau rollt, aber "zehn Minuten später ist bei dem Wetter normal", sagt Matthias Höring, Geschäftsführer der Omnibusverkehr GmbH Ilmenau (IOV), dessen Mitarbeiter auch auf unverhohlene Kritik stoßen. "Unsere ständigen Fahrgäste haben Verständnis für die Situation", sagt Höring, aber es gebe auch andere, darunter solche, die das Auto selbst nur als als Sommerfahrer nutzen und jetzt auf den Bus umsteigen, dann aber dem Busfahrer die Armbanduhr vorhalten und auf drei Minuten Verspätung verweisen. Dabei sei es diese Woche nicht einmal so schlimm, wie letzte. Da gab es Verspätungen bis zu zwei Stunden und "zwischen Möhrenbach und Hohe Tanne ging gar nichts mehr", schildert Höring. Ursache seien nicht etwa die schlecht auf den Winter vorbereiteten Busse des IOV, sondern Autofahrer, die noch mit Sommerreifen umherschleichen oder Laster, die querstehen und liegenbleiben. "Wenn ein Laster quersteht, können Sie mit dem Auto immer noch umdrehen, mit dem Bus geht das nicht", erklärt Höring, dass die Sicherheit der Passagiere Vorrang habe und ein Bus immerhin um die 200 000 Euro koste. Experimente würden da keine gemacht, da müsse gewartet werden, bis Hilfe für den Lkw komme.
Ilmenau "Zehn Minuten später ist bei dem Wetter normal"
Von Thomas Klämt 03.12.2010 - 00:00 Uhr