Ilmenau Umweltbewusstsein rückt beim Ilmpuls Festival in den Fokus

Mit Rücksicht auf die Umwelt und viel musikalischer Abwechslung ist das Ilmpuls-Festival, Thüringens erstes nachhaltiges Musik- und Kulturfestival, am Samstag in die zweite Runde gegangen.

Ilmenau - Nach erfolgreicher Premiere im vergangenen Jahr besuchten mehr als 1000 Musikfans das Festival im Stadtpark. Auf drei Bühnen traten zahlreiche Künstler, Bands und DJs auf und boten den Festivalgängern von Indie-Rock bis hin zu Techno eine große musikalische Bandbreite. Workshops und Informationsstände ergänzten das Angebot.

Auch dieses Mal setzte das 40-köpfige studentisch geprägte Organisationsteam auf eine ökologische und nachhaltige Umsetzung des Ilmpuls Festivals und achtete besonders auf den Umweltschutz. Dazu gehörten eine strikte Mülltrennung, ein Pfandsystem bei Bechern, Öko-Toiletten, Recyclingpapier und nachhaltige Farben für Werbemittel wie Plakate sowie regionale Food-Truck-Anbieter, um lange Anfahrtswege der Umwelt zuliebe zu vermeiden. Für die Dekoration verwendeten die Organisatoren ausschließlich gebrauchte und gespendete Materialien, um keine zusätzlichen Rohstoffe und Energie für ihre Herstellung zu verbrauchen. Auf der Webseite des Ilmpuls konnten sich Besucher im Vorfeld zu Mitfahrgelegenheiten zusammenschließen und mit einem erworbenen Ticket kostenlos mit der Regionalbahn an- und abreisen.

"Ein nachhaltiges Festival zu organisieren ist schwieriger als ein normales. Wir haben uns zu jedem Aspekt viele Gedanken gemacht. Es war zum Beispiel nicht leicht, Food Truck-Anbieter zu finden, die nicht von weit weg kommen", erklärt Daniel Kreutzenberger vom llmpuls-Organisationsteam.

Er würde sich freuen, wenn das Ilmpuls mit seiner Vorreiterrolle als erstes nachhaltiges Musik- und Kulturfestival in Thüringen auch andere Großveranstalter dazu bewegt, weniger Müll zu produzieren und weniger Energie- und Wasser zu verbrauchen. "Wir leben in einer Zeit, wo das Thema Klimawandel immer mehr an Bedeutung gewinnt. Wir hoffen, dass wir durch unser Konzept etwas verändern können."

Bei den Besuchern kommt das nachhaltige Festival sehr gut an. In Umfragen zum vergangenen Ilmpuls habe man durchweg positive Rückmeldungen bekommen, sagt Daniel Kreutzenberger. Damit der Nachhaltigkeitsgedanke sich bei ihnen weiter verfestigt, informierten Aussteller wie Greenpeace, die Ilmenauer Foodsharing-Initiative oder das Biosphärenreservat Thüringer Wald Interessierte an ihren Ständen. Christina Sittig-Schubert stellte das Biosphärenreservat als Modellregion für nachhaltige Regionalentwicklung vor. Gemeinsam mit interessierten Bürgern entwickeln die dortigen Mitarbeiter Projekte, die beispielsweise dem Erhalt biologischer Vielfalt dienen. Sittig-Schubert zeigte sich begeistert von der Initiative der Organisatoren. "Ich finde es mutig, wie junge Menschen dieses nachhaltige Konzept von A bis Z durchsetzen. Ilmpuls ist ein modellhaftes Beispiel, wie nachhaltige Großveranstaltungen organisiert werden können und anderen Veranstaltungen in nichts nachstehen."

Künstler wie die Münchner Band Matija lobten das nachhaltige Musikfestival. Matija, der gleichnamige Sänger der Band, hat bereits auf vielen Festivals gespielt und beobachtet ein Umdenken der Besucher und Veranstalter. "Ich merke zum Beispiel, dass der Fleischkonsum zurückgeht und inzwischen mehr vegetarische und vegane Gerichte angeboten werden. Und ich sehe überall Pfand-Systeme", berichtete er. "Dadurch, dass die Festivals zunehmend von jungen Leuten organisiert werden, rückt Nachhaltigkeit mehr in den Fokus. Sie haben ein starkes Bewusstsein für unsere Umwelt - und man merkt, dass sie Spaß daran haben."

 
 

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