Ilmenau Rettungskräfte dürfen fünf Mal kostenlos ins Schwimmbad

Die Ilmenauer Stadtverwaltung möchte den Rettungskräften Danke sagen. Deshalb übergab Bürgermeisterin Beate Misch Freikarten für Freibad und Co. an Stadtbrandmeister Andreas Meißler (links) und Bergwacht-Leiter Kay Gessner. Foto: Andreas Heckel

Um die ehrenamtliche Arbeit der Ilmenauer Rettungskräfte wertzuschätzen, hat die Stadtverwaltung am Donnerstag Freikarten für Einrichtungen des Bäderbetriebs verteilt. Die Jugend- sowie Ehren- und Altersabteilungen bleiben aber außen vor.

Ilmenau - "Was lange währt, wird endlich gut." Mit diesen Worten hat Ilmenaus Bürgermeisterin Beate Misch am Donnerstag im Freibad am Hammergrund Freikarten für die Einrichtungen des Bäderbetriebs an Ilmenauer Rettungskräfte verteilt. Stellvertretend für die 378 aktiven Feuerwehrmänner und -frauen sowie zwölf Bergwacht-Mitglieder nahmen diese Stadtbrandmeister Andreas Meißler und Bergwacht-Leiter Kay Gessner entgegen. Fünf Mal darf jeder von ihnen Freibad, Schwimmhalle oder auch Eishalle besuchen. "Die Freikarten können natürlich auch verwendet werden, wenn man mal die Kumpels mitnehmen will", so Beate Misch.

Freibad trotz Corona-Beschränkungen gut besucht

Das Ilmenauer Freibad im Hammergrund wird auch mit den Corona-Beschränkungen gut genutzt. Das sagte der stellvertretende Badleiter Jan Pfeiffer am Donnerstag im Gespräch mit Pressevertretern. "Sobald schönes Wetter ist, läuft es hier gut." Allerdings: Gerade der Juni war für das Freibad kein sonderlich guter Monat. Das lag aber nicht an Corona. "Das Wetter war einfach nicht sonderlich schön", sagte er.

Das habe sich mittlerweile etwas geändert. In der vergangenen Woche seien an jedem Tag mindestens 500 Besucher ins Freibad gekommen. Für die heißen Tage am Wochenende wird mit weit über 1000 Besuchern gerechnet. "Die kommen natürlich nicht gleichzeitig, sondern über den Tag verteilt", so Pfeiffer. Denn noch immer gilt, dass maximal 800 Besucher gleichzeitig ins Freibad dürfen. "Bisher mussten wir noch niemanden draußen stehen lassen, am Wochenende könnte es nun soweit sein", sagte Pfeiffer. Deshalb soll auf der Homepage des Freibads mittels einer Ampelgrafik darüber informiert werden, wie viele Besucher schon da sind. "Dann können sich die Leute von zu Hause aus vorher informieren", sagte die stellvertretende Leiterin des Bäderbetriebs, Beatrice Hahneberg.

Läuft alles gut, könnte am Wochenende dann auch die beliebte Dreier-Rutsche wieder geöffnet sein. "Das Gesundheitsamt war vor Ort und hat alles überprüft. Jetzt warten wir nur noch auf die Bestätigung", so Pfeiffer. dss

Tatsächlich war die Diskussion um diese Freikarten eine lange. Bereits Ende 2018 hatte die CDU-Fraktion im Ilmenauer Stadtrat einen solchen Vorschlag formuliert. "Wie das aber nun einmal so ist, so kurz vor den Kommunalwahlen war es schwierig, eine Entscheidung herbeizuführen", resümiert Beate Misch. Nun hat es doch noch funktioniert. Durch den freien Eintritt für die Rettungskräfte wird der Bäderbetrieb künftig auf Einnahmen in Höhe von 7800 Euro verzichten, wenn man eine vier Euro teure Tageskarte fürs Freibad als Berechnungsgrundlage verwendet.

Nicht bedacht wurde derweil ein Vorschlag von Ex-Stadtrat Stefan Sandmann, der Freikarten auch für die Jugend- sowie Alters- und Ehrenabteilung haben wollte. "Der Bäderbetrieb hat das alles durchgerechnet. Wenn man sich allein die Zahlen der aktiven Rettungskräfte anschaut, wäre das für die zahlreichen Jugendlichen und Älteren nicht noch möglich gewesen", so Beate Misch.

Denn der Teufel liegt offenbar im Detail: "Es ist nicht einfach so, dass wir den freien Eintritt veranlassen können. Wir müssen die Freikarten trotzdem versteuern", erklärt sie. Dass deshalb nur die aktiven Kräfte bedacht werden, findet Andreas Meißler aber nicht schlimm. "Im Rahmen der Jugendfeuerwehr sind wir mit den Kindern ohnehin viel unterwegs. Und auch die Alters- und Ehrenabteilung unternimmt in ihren Vereinen mehr als die aktiven Truppen", sagte er. Das war auch Beate Misch wichtig zu betonen. "Wir sollten hier denjenigen danken, die jeden Tag aktiv im Einsatz sind", sagte sie. "Das gilt nicht nur für Katastrophenfälle. Wir sehen auch im alltäglichen Leben immer wieder, wie sehr wir auf die Rettungskräfte angewiesen sind."

Autor

 

Bilder