Ilmenau - Sie wurden in Fußfesseln in den Gerichtssaal geführt - bereits einen Tag nach der Tat, die sie gestanden. Die Diebe hatten das Parfüm zunächst in den Einkaufskorb gelegt. Der ältere Mann hatte dann die Parfümflaschen in der Spielwarenabteilung des Geschäfts in der Handtasche seiner 46-jährigen Begleiterin versteckt. Die Tasche war so präpariert, dass an der Ausgangstür kein Alarm ausgelöst worden wäre. Als beide ohne zu bezahlen das Geschäft verlassen wollten, wurden sie gestellt. Vor Gericht erklärten sich beide einverstanden mit einem Verzicht auf eine Ladungsfrist von 24 Stunden, was das schnelle Verfahren überhaupt erst ermöglichte. Als Erklärung für den Diebstahl gaben beide Geldnot an. Der Mann und die Frau, derzeit in Westdeutschland lebend, waren demnach mit einem Bekannten nach Ilmenau gekommen, der aber verschwand. Eigentlich wollten sie hier auf einen anderen Bekannten treffen, der aber nicht erschien. So hätten sie nun beide ohne Geld dagestanden, weshalb sie auf die Idee gekommen seien, das Parfüm zu stehlen, um es auf der Straße zu Geld zu machen. Dass diese Geschichte nicht unbedingt stimmen musste, ließ ein im Fahrzeug gefundener Zettel mutmaßen, der sämtliche weitere Adressen Mitteldeutschlands der in Ilmenau bestohlenen Filiale einer Drogeriekette auflistete. Der Wagen sei aber dem verschwundenen Freund, sagte der ältere Angeklagte.