Ilmenau/Arnstadt - Im Ilm-Kreis ist der Krankenstand im vergangenen Jahr um 0,4 Prozentpunkte gesunken - von 4,9 Prozent 2013 auf nun noch 4,5 Prozent. Damit liegt der Ilm-Kreis auch unter dem Thüringen-Durchschnitt, der auf 4,8 Prozent erhalten blieb, aber trotzdem noch über dem Bundesschnitt, der um einen Prozentpunkt auf 3,9 zurückging. Wie viele Menschen sich im Ilm-Kreis aber 2014 ohne zum Arzt zu gehen krank auf Arbeit schleppten, um den Job zu behalten, wurde im jüngsten DAK-Gesundheitsreport nicht berücksichtigt, sagte auf Anfrage von Freies Wort Betriebswirt Stephan Schulz, der die Studie als Leiter der DAK-Servicezentren in Südthüringen beim Pressegespräch der Landrätin präsentierte. Schulz bestätigte, dass es eine Dunkelziffer derer gebe, die trotz Krankheit zur Arbeit gingen. Dafür gebe es verschiedene Gründe. Mit eine Ursache sei die zunehmende Teambildung in Unternehmen, so dass die Mitarbeiter das Gesamtergebnis einer Gruppe nicht gefährden wollten. So sei die zunehmende Teambildung durchaus als "zweischneidige Geschichte" zu betrachten, warnte Schulz. Aus diesem Zwang könnten ansteckende Krankheiten schnell eine ganze Mannschaft lahm legen oder auch nur ein Betroffener seine Krankheit so verschlimmern, dass die Heilung länger dauere. Am Ende bewirke beides nur Nachteile, auch für das Unternehmen, gab er zu bedenken.