Ilmenau/Berlin/Frankfurt - Die Teilstreichung der Steuervergünstigung für Fernwärme durch CDU/CSU- und FDP-Bundestagsabgeordnete Donnerstagabend im Bundestag trifft zunächst möglicherweise nur den Fernwärmeproduzenten in Ilmenau selbst und nur in geringem Maße, vorerst nicht hiesige Endverbraucher. Die Bundesregierung erhofft sich bundesweit Mehreinnahmen von 40 Millionen Euro.
Zahlen müssen die nun auch für Fernwärmeproduzenten teilweise geltende Ökosteuer (bisher galt eine Ausnahmeregelung) zunächst die Produzenten, möglicherweise auch die Ilmenauer Wärmeversorgungs-GmbH (IWV). Die wird sich eventuell höhere Ausgaben aber wohl zumindest in Kürze nicht vom Kunden zurückholen können. "Höhere Preise könnten gar nicht sofort umgelegt werden", sagte gestern der Betriebsleiter der IWV, Mario Schweinsberg, im Gespräch mit Freies Wort, denn Lieferverträge mit den Wohnungsgesellschaften seien zu festen Preisen auf längere Laufzeiten ausgelegt, nicht nur für ein Jahr. Gut für die Endverbraucher: Mit den großen Wohnungsvermietern in Ilmenau seien die Verträge wohl sogar erst kürzlich wieder vereinbart worden, sagte Schweinsberg. "Wir müssen also selbst nach Einsparpotential suchen", kündigte er an. Noch aber sei im Unternehmen überhaupt nicht dazu gesprochen worden, räumte er ein, dass die IWV völlig überrascht worden sei. Das traf gestern auch auf andere Fernwärmeversorger und Stadtwerke zu. Auch im Rathaus Ilmenau war das Thema erst durch die Presse bekannt geworden. Möglicherweise werden die höheren Steuern die Ilmenauer Fernwärmenutzer nun also erst bei Neuabschlüssen von Lieferverträgen betreffen.
Ilmenau Fernwärmepreis soll bleiben
Von Thomas Klämt 30.10.2010 - 00:00 Uhr