Ilmenau Erste überraschende Ergebnisse der Corona-Studie in Neustadt

Öffnen sich die Barrieren vor Neustadt am Rennsteig? Nach Informationsstand Freitagabend sollte die Quarantäne für die komplett abgeriegelte kleine Ortschaft im Ilm-Kreis am Sonntag um Mitternacht aufgehoben werden. Foto: ari

Die ersten Ergebnisse der Studie zu Corona-Infektionen in Neustadt am Rennsteig (Ilm-Kreis) hat das Forscherteam der Universität Jena jetzt veröffentlicht. Dabei kam überraschend zutage, dass Studienteilnehmer, bei denen im März das Virus nachgewiesen worden war, keine Antikörper hatten.

Neustadt/Jena - Im ehemaligen Corona-Quarantäneort Neustadt am Rennsteig (Ilm-Kreis) kursieren nach Angaben des Universitätsklinikums Jena keine Sars-CoV-2-Viren mehr. Das sei ein Ergebnis ein großangelegten Studie in der Kommune in Südthüringen, die im März für zwei Wochen komplett unter Quarantäne gestellt worden war, wie das Uniklinikum am Freitag mitteilte. In Neustadt war es im März zu gehäuften Corona-Infektionen gekommen. Der Ort war einer der ersten großen Corona-Hotspots in Thüringen und der erste Ort in Deutschland, der deshalb komplett abgeriegelt worden war.

An der Studie nahmen des Angaben zufolge 626 (71 Prozent) der insgesamt 883 Einwohner Neustadts teil. Wie es weiter hieß, wurden bei etwa 8 Prozent der Teilnehmer der Studie in mindestens zwei von insgesamt sechs verschiedenen Tests Antikörper gegen das Virus nachgewiesen. «Überraschenderweise fanden die Wissenschaftler bei einem Teil der Studienteilnehmer, bei denen im März das Virus nachgewiesen worden war, keine Antikörper», so die Wissenschaftler. Ob bei diesen Personen anstelle von Antikörpern spezielle Abwehrzellen gebildet wurden, werde derzeit in aufwendigen Untersuchungen überprüft. Diese dauern den Angaben zufolge noch an und werden erst über den Sommer fertiggestellt. Andererseits seien Antikörper bei Personen gefunden worden, die nicht wissentlich infiziert waren.

Die Bewohner von Neustadt seien bereits in der vergangenen Woche über ihre individuellen Ergebnisse informiert worden, erklärte der Studienleiter. An der Erhebung und Auswertung der Studie beteiligen sich mehrere Institute der Universitäten in Jena und Ilmenau sowie Mediziner vor Ort. red/dpa

 

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