Ilmenau 30 Jahre alter Mordfall: Nach Medien-Aufruf melden sich vier Opfer

Cornelia G. wurde Ende November 1990 nahe ihres Zuhauses auf der Pörlitzer Höhe vergewaltigt und später ermordet. Ihre Leiche wurde einen Monat später in einem Waldstück zwischen Ilmenau und Bücheloh gefunden, ihre Kleidung erst Wochen später zwischen Neusiß und Plaue. Quelle: Unbekannt

Der Mord an der 19-Jährigen Cornelia G. vor rund 30 Jahren hat in den vergangenen Tagen vermehrt im Fokus der Öffentlichkeit gestanden. Die Polizei erhält nun immer mehr neue Hinweise.

Ilmenau - Bereits seit 1967 wird im ZDF die Fernsehreihe Aktenzeichen XY ungelöst ausgestrahlt. Bis heute ist die Sendung eines der erfolgreichsten Truecrime-Formate, in der mit Hilfe von Hinweisen aus der Bevölkerung Verbrechen aufgeklärt werden sollen. Auch am Mittwoch sahen laut Quotenmessung wieder rund sechs Millionen Menschen zu und wurden so auch über den Mordfall Cornelia G. in Ilmenau vor 30 Jahren informiert.

Die damals 19-Jährige wurde Ende November 1990 vergewaltigt und getötet. Bis heute konnte kein Täter geschnappt werden. Durch eine neue Zeugin, die sich Ende 2018 bei der Polizei gemeldet hatte und im Oktober 1990 ebenfalls auf der Pörlitzer Höhe mit einem Messer bedroht und vergewaltigt worden war, nahmen die Ermittlungen in diesem Fall wieder Fahrt auf.

In den vergangenen Wochen wurde auch vermehrt in den Medien über Cornelia Gs. Schicksal berichtet, unter anderem auch in Freies Wort , der MDR-Sendung Kripo Live und nun auch bei Aktenzeichen XY . Die Polizei rief jeweils dazu auf, dass sich Frauen, die im Zeitraum von 1989 bis 1991 Opfer von Sexualstraftaten im Bereich Ilmenau geworden sind, melden sollen. Die Ermittler haben so tatsächlich neue Hinweise bekommen. Wie Alexandra Hoodt, Sprecherin der Landespolizeiinspektion Gotha, auf Nachfrage von Freies Wort mitteilte, hätten sich bisher vier* weitere Opfer von Sexualstraftaten in diesem Zeitraum gemeldet. Zudem seien alleine nach der ZDF-Sendung 30 Hinweise bei der Polizei eingegangen. "Derzeit findet eine Bewertung dieser Hinweise durch die Kriminalpolizeiinspektion Gotha statt. Es werden dazu diverse Ermittlungen geführt, um deren Aussagen bei Relevanz beweiskräftig zu machen", so Alexandra Hoodt. Auch werde geprüft, ob die Fälle in Verbindung mit dem mutmaßlichen Täter von Cornelia G. gebracht werden können.

Neue Hinweise zum Täter

Zudem wurden neue Erkenntnisse zum mutmaßlichen Täter bei Aktenzeichen XY bekannt. Wie eine Zeugin schilderte, könne sie sich daran erinnern, dass ihr Peiniger einen Namen mit "Wolf" getragen haben soll, womöglich Wolfhart, Wolfrat oder Wolfgang. Er sei sehr gepflegt gewesen und dominant aufgetreten. Er hatte kurze, blonde Haare und trug keinen Bart. Seine Gestalt wird als schlank beschrieben. Er war in Besitz eines Autos und soll damals in Ilmenau gelebt und gearbeitet haben.

Die Kriminalpolizeiinspektion Gotha nimmt weiterhin Hinweise, auch vertraulich, unter 03628/920166, 03621/781424 und 03677/601124 entgegen.

*In einer früheren Version vermeldeten wir aufgrund eines Missverständnisses mit der Polizei, dass sich neun weitere Opfer von Sexualstraftaten gemeldet hätten. Die Landespolizeiinspektion Gotha hat die Zahl am Freitagmorgen korrigiert.

 

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