IHK Südthüringen Aufschwung weiter nicht in Sicht

Die Stimmung in Industrie und Handel ist weiter mies. Der Konjunkturbericht der IHK Südthüringen für die Stadt Suhl zeigt, dass deshalb auch nur wenige Unternehmen ans Investieren denken. Die Gründe sind mannigfaltig.

Blick in die Produktion bei der FGB Präzisionsmaschinenbau Steinbach Suhl. Foto: /Michael Bauroth

Der wirtschaftliche Abschwung setzt sich fort. Vor allem mangelnde Nachfrage und die Wirtschaftspolitik der letzten Jahre setzen den Unternehmen zu. Seit Beginn der Corona-Pandemie zeigen alle Indikatoren nach unten. Diese Ergebnisse liefert die Konjunkturumfrage zu Jahresbeginn 2025, die die Industrie- und Handelskammer (IHK) Südthüringen für die Stadt Suhl ausgewertet hat.

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Derzeit bewerten demnach 41 Prozent der Unternehmen ihre Lage als schlecht, 44 Prozent als saisonüblich beziehungsweise befriedigend und lediglich 15 Prozent als gut. In den kommenden Monaten rechnen zwölf Prozent mit besseren Geschäften, 47 Prozent hingegen mit einer weiteren Verschlechterung. Der Konjunkturklimaindikator erreicht 69,0 von 200 möglichen Punkten. Dies sind zwar zwölf Punkte mehr als im Herbst 2024 und 16 Punkte mehr als vor einem Jahr. Aber: Der Konjunkturklimaindikator ergibt sich als geometrischer Mittelwert aus den Lage- und Erwartungseinschätzungen der Unternehmen und kann bis zu 200 Punkte erreichen. Ein Wert unter 100 Punkten signalisiert Abschwung, ein Wert darüber Aufschwung.

Ralf Pieterwas Foto: a/ri

„Städtische Wirtschaftsstrukturen sind häufig durch einen größeren Dienstleistungsanteil geprägt. Sind planerische, ingenieurswissenschaftliche oder EDV-Dienstleistungen gefragt, kann es auch in schwierigen Zeiten zu einer etwas besseren Entwicklung im Dienstleistungsbereich kommen. Auffällig ist aber, dass der Konjunkturklimaindikator in allen Südthüringer Städten unter der 100-Punkte-Marke liegt. Selbst in den Städten kommt die Wirtschaft momentan nicht aus der Rezession heraus“, erklärt Ralf Pieterwas, Hauptgeschäftsführer der IHK .

Der Auftragseingang im produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich sei zuletzt für 68 Prozent der Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Branchenübergreifend verschlechterte sich für 52 Prozent die Ertragslage. Derzeit erzielten nur noch jeweils 36,5 Prozent Gewinn oder arbeiteten kostendeckend, 27 Prozent dagegen mit Verlust.

Die schwache Wirtschaftslage regt auch nicht zu großen Investitionen an. Zwar planen laut IHK vier von fünf Unternehmen Investitionen, doch nur neun Prozent wollen ihre Ausgaben im Vergleich zum Vorjahr steigern. Bei 50 Prozent werden die Investitionen 2025 wohl geringer ausfallen als 2024. Investiert wird fast ausschließlich zur Ersatzbeschaffung. Diese spricht zwar für die Weiterführung der Unternehmen, sendet aber keine expansiven Signale. Auf dem Arbeitsmarkt rechnen neun Prozent mit einer wachsenden Belegschaft, während 16 Prozent einen Personalrückgang erwarten.

Schlechte Rahmenbedingungen

Wesentliche Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung sehen die Befragten in den Rahmenbedingungen und der Nachfrage. Als Hauptrisiko identifizieren 83 Prozent der Unternehmen die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Auf den Plätzen folgen mit 80 Prozent die Inlandsnachfrage, mit 60 Prozent die Arbeitskosten, mit 53 Prozent der Krankenstand und mit 50 Prozent die Energiepreise.