IHK-Konjunkturbericht IHK-Konjunkturbericht spiegelt Sorgen und Hoffnungen wider

Die Stimmung in den Unternehmen ist nicht gut. 42 Prozent der befragten Unternehmen im Landkreis Schmalkalden-Meiningen schätzen ihre wirtschaftliche Lage als schlecht ein. Das geht aus dem IHK-Konjunkturbericht Foto: obs/KUKA Smart Production

Der IHK-Konjunkturbericht zeigt: Viele Firmen stecken in einer schwierigen wirtschaftlichen Situation.

Meiningen - Fast jedes zweite Unternehmen (42 Prozent ) im Landkreis Schmalkalden-Meiningen schätzt seine wirtschaftliche Lage als schlecht ein. Das geht aus dem Konjunkturbericht der IHK Südthüringen hervor, der jetzt vorgestellt wurde. Bei der repräsentativen Umfrage waren von Mitte Dezember bis Mitte Januar Mitgliedsunternehmen befragt worden. Das Fazit: Mehr Firmen als noch im Herbst sehen sich in einer schwierigen Situation. Knapp jedes dritte Unternehmen (31 Prozent) spricht von einer befriedigenden Situation, 27 Prozent der Befragten bewerten die Lage als gut. Allerdings sehen inzwischen auch mehr Unternehmer wieder Licht am Horizont. 17 Prozent der Firmen gehen davon aus, dass ihre diesjährigen Geschäfte besser laufen als zuletzt.

Eine optimistische Tonlage schlägt IHK- Hauptgeschäftsführer Ralf Pieterwas an. „Nach dem schweren Konjunktureinbruch folgt in diesem Jahr wieder Wachstum. Die Erholung findet in der Industrie und regional auch in anderen Branchen statt“, sagte er.

Die Situation ist sehr unterschiedlich. Nach Auskunft der Kammer brummt das Asiengeschäft in einzelnen Industriebetrieben. Einige Bauunternehmen planen ihre Baustellen gelassen bis in den Sommer. Zugleich aber zehren die Folgen des Lockdowns die Ersparnisse vieler Gastwirte, Einzelhändler und Dienstleister auf. „Es deutet sich ein langer Weg zurück in die Normalität an. Dies gilt insbesondere für Landkreise mit hohen Infektionszahlen wie Schmalkalden-Meiningen“, sagte eine IHK-Sprecherin.

Der Landkreis weist einen der höchsten Inzidenzwerte in ganz Deutschland auf, er lag am Sonntag bei 238. Die Erholung der Wirtschaft vor Ort werde erst dann gelingen, wenn Infektionsketten durch umfangreiche Testungen unterbrochen werden, so Pieterwas. Er lobte das Angebot des Landkreises, mobile Testteams auf Wunsch in die Unternehmen auszusenden. Dafür erhebt der Landkreis 8,50 Euro pro Test.

Die Auftragslage etlicher Unternehmen vor allem in der Industrie hat sich laut Umfrage gebessert. Fast jeder vierte Betrieb meldet mehr Aufträge als vor einem Jahr. Zuwächse gibt es sowohl auf dem Inlandmarkt als auch bei Exporten. Die stärkere Nachfrage kurbelt auch die Investitionsbereitschaft an. 69 Prozent der befragten Betriebe wollen in diesem Jahr investieren.

Auf dem Arbeitsmarkt ist die leichte Belebung allerdings noch nicht in Sicht. Lediglich ein Prozent der Unternehmen rechnen mit einer wachsenden Mitarbeiterzahl Dagegen erwarten 16 Prozent Abgänge aufgrund von Alter und Umorientierung, aber auch durch coronabedingten Personalabbau. Diese Entwicklung könne zu dauerhaften Lücken in einzelnen Firmen führen und deren Betriebsablauf gefährden, warnte die IHK. Solche Fachkräfte-Engpässe bewertet mehr als die Hälfte der Unternehmen aus dem Landkreis als Risiko für die wirtschaftliche Zukunft. Mit großer Sorge blichen Firmeninhaber auch auf die Entwicklung der Inlandsnachfrage, das Infektionsgeschehen und damit einhergehenden Schutzmaßnahmen.

Der Konjunkturklima-Indikator im Landkreis zeigt mit nun 81 Punkten eine leichte Besserung gegenüber der Herbst-Umfrage, liegt aber immer noch im unteren Bereich der 200er Skala. Ein Wert unter 100 signalisiert wirtschaftliche Schwierigkeiten. Die Stimmung im Landkreis unterscheidet sich laut IHK regional: So erreicht Meiningen 86 Punkte, Schmalkalden 62 Punkte und Trusetal-Brotterode 90 Punkte. hi

 

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