Hundehaltung Zwei Hundeangriffe 2021 im Haseltal

Wer sich als Halter nicht um die Rückstände seines Tieres kümmert, muss mit empfindlichen Geldbußen rechnen, doch das seien nicht die einzigen Probleme, die beim Ordnungsamt 2021 angezeigt wurden. Foto: Sascha Willms

Tretminen, Verstöße gegen die Leinenpflicht, aber auch Hundebisse: Welche Probleme es vergangenes Jahr mit Hundehaltern und ihren Vierbeinern im Haseltal gab, erklärt Maria Walther vom städtischen Ordnungsamt.

Steinbach-Hallenberg - Vorweg: Steinbach-Hallenberg folge derzeit noch nicht dem Bundestrend, laut dem seit Beginn der Pandemie die Zahl der Haustiere merklich zugenommen habe. Ende 2021 waren im gesamten Stadtgebiet nur drei Hunde mehr gemeldet, als im Vorjahreszeitraum, teilt Maria Walther vom städtischen Ordnungsamt mit.

Dass es im Haseltal immer wieder zu Problemen mit den Vierbeinern kommt, dürfte auch nur bedingt mit Homeoffice und Lockdown zu tun haben. Immerhin gab es da auch die Gebietsreform im Haseltal, in deren Folge vergangenes Jahr eine neue Hundesteuersatzung beschlossen wurde, die offenbar noch nicht alle Halter verinnerlicht haben. Wohlgemerkt gab es vorher nicht in allen Ortsteilen überhaupt eine Satzung. Die Zahl der Steueranmeldungen wäre dann wenig repräsentativ und die tatsächliche Zahl eher eine Dunkelziffer.

Neben der Hundesteuerpflicht müssen die Tiere in Thüringen auch gekennzeichnet und versichert sein, ergänzt Maria Walther. Ihre Behörde müsse das kontrollieren, ebenso, wie eine Haltung der Tiere ohne die Gefährdung der Allgemeinheit.

Zwei Beißvorfälle

Verstöße seien vergangenes Jahr im Haseltal gleich mehrere angezeigt worden. Die meisten eher harmlos, wie die Missachtung der Leinenpflicht oder der Umstand, dass Hunde nicht gefahrlos geführt werden konnten, wenn etwa Kinder oder körperlich eingeschränkte Menschen am anderen Ende der Leine hingen. Was aber gar nicht gehe, seien die zwei angezeigten Beißvorfälle, die Maria Walther registrierte. Ein Vorfall mit leichten Blessuren, aber auch eine Hundeattacke, die für das Opfer schwere Verletzungen nach sich gezogen habe. Ein Vorfall, von dem bislang in der Öffentlichkeit nichts bekannt war.

Aber auch die kleineren Vergehen nerven vor allem die, die damit zu tun haben: Zum Beispiel Bauhofmitarbeiter, denen beim Rasentrimmen der Hundekot um die Ohren fliegt. Derlei Sauereien seien im vergangenen Jahr gleich mehrere angezeigt worden. Lasse sich ein Halter beim Nichtstun erwischen, drohen bis zu 5000 Euro Geldbuße, so Walther. Das städtische Ordnungsamt bemühe sich generell um eine gütige und wohlwollende Einigung, was jedoch Einsicht und Verständnis bei allen Beteiligten voraussetze. Es gebe allerdings auch Fälle, in denen die Behörde konsequent eingreifen müsse.

„Die Stadt unterstützt ein wohlwollendes und friedliches Miteinander – auch in Bezug auf die Tierhaltung. Wir wohnen im ländlichen Raum und es liegt uns fern, für jede Kleinigkeit Geldbußen zu verhängen“, zeigt Bürgermeister Markus Böttcher Verständnis. Unmissverständlich fordere er die Hundehalter aber auch auf, die geltenden Vorschriften zu beachten und den gesetzlichen Verpflichtungen nachzukommen. Welche das sind, fasst Maria Walther vom Ordnungsamt zusammen.

Steuer, Police und Chip

Die Hundesteuer beläuft sich im gesamten Stadtgebiet derzeit auf 60 Euro pro Jahr. Neu sei seit vergangenem Jahr eine Steuerermäßigung für Hundehalter, die unaufgefordert einen VDH-Hundeführerschein oder einen gleichwertigen Nachweis vorlegen können. Sie zahlen in den Folgejahren nur den halben Betrag.

Pflicht sei in Thüringen darüber hinaus der Abschluss einer Haftpflichtversicherung, um durch das Tier verursachte Personen- und Sachschäden regeln zu können. Den Nachweis haben Halter dem Ordnungsamt nachzuweisen, so Walther weiter.

Verpflichtend sei hierzulande auch die Kennzeichnung – das sogenannte Chippen der Hunde, bei dem ein Transponder injiziert wird, der das Tier, gleich einem Personalausweis, unverwechselbar macht. Auch die Kennzeichnung müssen Halter dem Ordnungsamt mitteilen. Halter von nicht versicherten und nicht gechippten Hunden müssen mit Geldbußen bis zu mehreren Tausend Euro rechnen. „Leider liegen uns noch immer nicht alle Nachweise vor“, so die Mitarbeiterin.

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