Hospizdienst Zeit schenken, wenn das Leben leiser wird

Der Ambulante Hospiz- und Palliativ-Beratungsdienst Schmalkalden sucht neue Hospizbegleiter. Im Oktober startet ein Vorbereitungskurs.

Eine Hospizmitarbeiterin hält die Hand eines todkranken Menschen. Foto: picture alliance/dpa

Wenn ein Mensch schwer erkrankt und das Lebensende näher rückt, verändert sich vieles. Für die Betroffenen selbst, aber auch für ihre Familien und Freunde. In dieser besonderen Zeit kann es helfen, wenn jemand da ist, der zuhört, aushält, mitgeht. Genau hier setzt die Arbeit der ehrenamtlichen Hospizbegleiter an. Der Ambulante Hospiz- und Palliativ-Beratungsdienst „Herzenszeit“ in Schmalkalden sucht deshalb erneut Menschen, die bereit sind, einen Teil ihrer Zeit zu verschenken.

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Bereits im Frühjahr hatte der Hospizdienst auf die Möglichkeit aufmerksam gemacht, sich zur ehrenamtlichen Hospizbegleiterin oder zum Hospizbegleiter ausbilden zu lassen. Leider kam kein Kurs zustande. Nun unternehmen die Koordinatorinnen Theresa Grobe und Saskia Matties einen weiteren Versuch. Der nächste Qualifizierungskurs soll im Oktober 2026 beginnen, die „Lebensschule“, in der die Ehrenamtlichen auf ihre Tätigkeit vorbereitet werden.

Die Aufgabe der späteren Begleiter ist vielfältig. Sie besuchen schwerstkranke und sterbende Menschen zu Hause, in Pflegeeinrichtungen oder im Krankenhaus. Manchmal geht es um ein Gespräch, manchmal ums Vorlesen, einen Spaziergang oder eine Tasse Kaffee. Und manchmal ist das Wertvollste schlicht das gemeinsame Schweigen. Auch Angehörige können durch die ehrenamtlichen Begleiter entlastet werden. Der Ambulante Hospiz- und Palliativ-Beratungsdienst versteht seine Arbeit dabei als Ergänzung zur medizinischen und pflegerischen Versorgung und als Unterstützung für die gesamte Familie.

Wer sich für diese Aufgabe interessiert, muss kein medizinisches oder pflegerisches Fachwissen mitbringen. Viel wichtiger sind Einfühlungsvermögen, Offenheit, Verlässlichkeit und die Bereitschaft, sich auf andere Menschen einzulassen. Auf die Tätigkeit werden die Teilnehmer sorgfältig vorbereitet. Der Qualifizierungskurs verbindet fachliche Informationen mit persönlichen Erfahrungen, Gesprächen und der Auseinandersetzung mit den eigenen Vorstellungen von Krankheit, Sterben, Tod und Trauer.

Denn Hospizarbeit bedeutet nicht nur, etwas über das Sterben zu lernen. Sie kann auch den Blick auf das eigene Leben verändern. Wer Menschen in ihrer letzten Lebensphase begleitet, erlebt häufig, wie wichtig kleine Dinge werden: Zeit haben, zuhören, Erinnerungen teilen, Nähe zulassen und einem Menschen das Gefühl geben, nicht allein zu sein.

„Herzenszeit“ möchte mit dem Kurs Menschen ansprechen, die sich vorstellen können, sich langfristig ehrenamtlich zu engagieren und anderen einen Teil ihrer eigenen Zeit zu schenken. Die ambulante Hospizarbeit steht dabei allen Menschen offen und ist unabhängig von einer bestimmten Konfession. Die Begleitungen sind für die Betroffenen kostenfrei.

Die Anmeldung und die Bekanntgabe der konkreten Kurstermine erfolgen im Rahmen eines persönlichen Gesprächs. Wer sich unverbindlich informieren möchte, kann sich ebenfalls an die Koordinatorinnen wenden. Sie beantworten Fragen und erläutern, was die Ausbildung und die spätere ehrenamtliche Tätigkeit mit sich bringen.

Der Ambulante Hospiz- und Palliativ-Beratungsdienst „Herzenszeit“ ist in der Auer Gasse 20 in Schmalkalden zu finden. Erreichbar ist der Dienst unter der Rufnummer 03683/4694457 oder per E-Mail: hospiz.dw.schmalkalden@ekkw.de. Die aktuellen Sprechzeiten sind mittwochs von 9 bis 13 Uhr sowie nach Vereinbarung.