Hospizarbeit Bücher, die unter die Haut gehen

„Was ich noch zu sagen hätte“: Zwei berührende Hospizbücher stehen in Mittelpunkt einer Lesung am Donnerstag in Schmalkalden mit der Illustratorin Martina Grimm.

„Was ich unbedingt noch sagen möchte …“ heißt das Buch von Tim Wache und Martina Grimm. Darin erzählen Sterbende von ihrem Leben. Warum es trotzdem ein lebensbejahendes Buch ist. Foto: Daniel Reinhardt/dpa

Mit Sterbenden über das Leben reden: Aus dem Projekt Meilensteine wurden die einfühlsamen Bücher „Was ich noch zu sagen hätte“ und „Was ich unbedingt noch sagen möchte“ mit Auszügen aus Gesprächen, die der Autor Tim Wache (40) mit Todkranken in einem Jenaer Hospiz geführt hat. Kurzgeschichten, liebevoll illustriert von seiner Geschäftspartnerin und Freundin Martina Grimm.

Nach der Werbung weiterlesen

In dem festen Glauben, dass am Ende eines jeden Lebens eine Perspektive wartet, die den Blick auf das Wesentliche schärft und von der wir, die wir uns mitten im Leben wähnen, etwas lernen können, trafen Wache und Grimm Menschen auf den letzten Metern ihres Lebens. Sie wollten wissen, was sie noch zu sagen hätten, wenn sie jemand fragen würde.

Am Donnerstag, 18. Dezember, um 15.30 Uhr, liest Martina Grimm aus diesen beiden Hospizbüchern, auf Einladung des Ambulanten Hospiz- und Palliativberatungsdienstes Schmalkalden, im Elisabethsaal, Kirchhof 3. Wenn die Illustratorin von ihren Begegnungen mit Sterbenden erzählt, entsteht ganz viel Raum für allerlei Gefühle. Manche Momente sind wirklich lustig, andere ganz traurig, vieles geht tief, rückten nahe und öffnet Augen, ohne belehrend zu sein. „Erstaunlich jedenfalls, wie lebensbejahend ein Abend sich anfühlen kann, der sich ums Sterben dreht. Mindestens genauso erstaunlich, wie das, was wir, die wir uns mitten im Leben wähnen, von Sterbenden und ihrer Perspektive am Lebensende lernen können, bevor es zu spät ist“, heißt es in der Ankündigung zur Buchlesung.

Danke für dieses Buch

Menschen, welche die Bücher gelesen haben, sind dankbar, das sie geschrieben worden sind. In Rezessionen sind Sätze zu lesen wie „Kann man viel Freude wünschen beim Lesen dieses Buches? Vermutlich nicht. Und doch ist es eine der Emotionen, die unwillkürlich hoch kommt. Denn dieses Buch betrachtet auf so mutige Weise die Sicht auf das Leben. Gespiegelt durch Menschen, die unweigerlich an seinem Ende angekommen sind. Die Authentizität ist spürbar und hat sicher auch den Autor viel Mut abverlangt. Ich nehme dieses Buch immer wieder zur Hand, wenn mir der Fokus abhanden kommt“. – „Ein wundervolles Buch, das in jeden Schrank gehört! Es nimmt mit auf eine Reise, die eigentlich niemand (der lebt) gern machen möchte…Gedanken über Tod, erreichtes, unerreichtes, über das zurück bleiben von geliebten Menschen. Es erhebt nicht den Finger, nach dem Motto: „du sollst alles aus deinem Leben holen, denn es ist endlich“…es lässt Menschen sprechen, die uns auf unterschiedliche Weise mitteilen, was sie selbst über ihr Leben denken, mit dem Wissen über den nahenden Tod.“ – „Unangenehmes Thema auf den ersten Blick, aber der Mut wird belohnt: ein tolles, öffnendes und heilsames Buch. Bin froh, es gelesen zu haben.“

Buchlesung, Donnerstag, 18. Dezember, 15.30 Uhr, Gemeindehaus, Elisabethsaal, Kirchhof 3. Eintritt ist frei. Um eine Spende für den Ambulanten Hospiz- und Palliativberatungsdienst wird gebeten.