Schmalkalden - Der Superbaum aber war eine Lärche aus der Napoleon-Zeit. Daran hat auch der heute 92 Jahre alte Förster Hans Mohr aus Grumbach seinen Anteil. Forstamtsleiter Dominik Hessenmöller war hochzufrieden, Forstwirtschaftsmeister Frank Reitz außer sich vor Freude. „Wir haben die am besten bezahlten Lärchen, Kiefern und Fichten nach Erfurt geliefert“, betonte Hessenmöller nach der Auswertung der Preislisten. Und Reitz bekräftigte: „Wir sind gemeinsam mit den Waldbauern voll ins Risiko gegangen und belohnt worden. Eigentlich müsste ich nach dem Hauptgewinn Lotto spielen.“ Die Submission in Erfurt hat Tradition. Wurde dort früher nur Laubholz verkauft, karren die Anbieter heute auch Nadelholz in Richtung Landeshauptstadt. Die Schmalkalder gehören nicht zu den Größen der Szene, besonders erlesene Hölzer, die sehr hohe Gewinne bringen, wachsen hier nicht. Und doch gab es schon mehrfach Überraschungen. Kunden haben bisweilen eine ganz andere Sicht auf die Sortimente und bringen die Förster zum Staunen. Gleichwohl ist die Beteiligung an der Submission mit einem enormen Aufwand verbunden. „Die Bäume sind am 15. Oktober 2020 geschlagen worden. Das Holz musste bis zum 15. November nach Erfurt geschafft werden“, erklärte Forstwirtschaftsmeister Reitz. Die Kosten für das Fällen und den Transport seien außerordentlich hoch. Die Holzfäller müssten behutsam vorgehen, bekämen Stundenlohn. Die Submission selbst war am 21. und 22. Januar 2021. Anders als bei der Auktion, wo sich die Händler gegenseitig überbieten können, geben sie hier schriftlich ihre Angebote pro Stamm ab. Bei der Öffnung der Offerten bekommt die beste Dotierung den Zuschlag. Aus Schmalkalden sind 60,90 Festmeter Langholz zum Marktplatz geschafft und in 45 Losen angeboten worden. Für 43 Lose fanden sich Käufer. Der Erlös für die 50,39 Festmeter liegt bei 13425,98 Euro. Die Lärchen, Kiefern und Fichten wurden in den Wäldern von Waldbauern aus vier Gemeinschaften im Raum Schmalkalden, bei Näherstille und Breitenbach, geschlagen. Zuvor musste Reitz einige Überzeugungsarbeit leisten. „Der Holzmarkt ist wegen der Dürre und Borkenkäferplage bekanntlich mies. Es hätte auch schiefgehen können. Aber ich habe den Waldbesitzern begreiflich gemacht, welche Werte sie da stehen haben und dass wahrscheinlich einiges geht.“