Die Dämmerung legt sich über das leer stehende Haus in der Sachsenstraße. Die Scheinwerfer der vorbeirollenden Autos beleuchten die Fassade. In den Fenstern sind Schatten von Menschen zu sehen – eine Kunstaktion, mit der an die früheren Bewohner erinnert wird. Juden der Stadt wurden hier in der Nazi-Zeit auf engem Raum zusammengepfercht, entrechtet, gedemütigt, schikaniert, bevor sie 1942 in Gettos und Vernichtungslager verschleppt wurden. Kaum einer von ihnen überlebte die Mordmaschinerie der Hitler-Diktatur.