Holocaust-Gedenken Neue Fenster für das „Judenhaus“

Lena C. Stawski
Graffiti-Künstler Emanuel Klee zeigt einige der Bilder, die anstelle der aktuellen Spanplatten in die Fenster des „Ghettohauses“ in der Meininger Sachsenstraße eingesetzt werden sollen. Foto: Lena C. Stawski

Graffitis sollen künstlerisch an die Geschichte des „Judenhauses“ in Meiningen erinnern. Die Fensterplatten werden zurzeit von Emanuel Klee angefertigt.

 
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Lebensfreude. Die sollen zumindest diese bunten Bilder vermitteln. Künftig verzieren sie die Fenster der dritten Etage der sogenannten „Brockenburg“ in Meiningen. Über drei Stockwerke und mehr als zehn Fenster hinweg soll künstlerisch die Geschichte des aktuell leer stehenden Eckgebäudes in der Sachsenstraße/Ludwig-Chronegk-Straße in Meiningen und die seiner Bewohner nachgezeichnet werden, erklärt der Graffiti-Künstler Manuel Klee.

Die Historie des Hauses wurde mit Meininger Jugendlichen zusammen erarbeitet. Jede Etage wird thematisch gehalten: Von den Tagen eines Wohnhauses, denen einer Bibliothek, bis hin zum Missbrauch als „Judenhaus“ ab Ende 1941 und den Tagen der Deportation legen verschiedene Motive, Silhouetten und Farbverläufe – von oben bunt bis unten schwarz – Zeugnis ab.

Die Gestaltung des Hauses im Rahmen des städtischen Projektes „80 Jahre danach – Gedenken an die Deportationen der Meininger Juden“ wird mit von der Partnerschaft für Demokratie >>> des Landkreises Schmalkalden-Meiningen gefördert. Bis kommenden Montag, 19. September, soll die Fensterverkleidung vollständig eingesetzt sein. Neben der Stolpersteinverlegung am gleichen Tag um 16 Uhr vor dem Haus wird es um 19 Uhr ein Gespräch mit Lilian und Deborah Schöngut-Sierre, den aus Bolivien auf Einladung der Stadt angereisten Urenkelinnen der einstigen jüdischen Hausbesitzer, in der Stadt- und Kreisbibliothek „Anna Seghers“ geben.

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