Für die Studie gingen Testkäufer in Geschäfte. In jedem sechsten Geschäft wurden sie fündig, obwohl diese Produkte dort gar nicht hätten sein dürfen. Dieser Nischenmarkt ist inzwischen so groß geworden, dass die organisierte Kriminalität nach Erkenntnissen der Studienautoren eingestiegen ist: Ein Drittel der Testkäufe waren gefälschte Produkte. Bei den oralen Nikotinprodukten inkludiert ist Snus, also Beutelchen mit Tabak. Sie spielen nur eine Nebenrolle.
Philip Morris und andere Anbieter fordern die Legalisierung von Nikotinbeuteln, um auch hierzulande einträgliche Geschäfte zu machen und den Schwarzmarkt zurückzudrängen. "Die organisierte Kriminalität nutzt die bestehende Nachfrage und den unsicheren Rechtsrahmen, wodurch Verbraucher häufig auf Produkte aus dem Schwarzmarkt zurückgreifen", sagt Philip-Morris-Experte Körner. "Diese unterliegen keinen Qualitätsstandards, untergraben jeden Verbraucher- und Jugendschutz und verhindern Steuereinnahmen für den Staat."
Krebsforscherin Schaller sieht die Produkte kritisch. "Nikotin macht abhängig und birgt gesundheitliche Risiken." Die Verpackungen dieser Produkte sähen harmlos aus wie bunte Bonbonpackungen, seien dies aber nicht. Sie kämen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen gut an, was ein weiterer Grund zur Besorgnis sei. Bei Jugendlichen könne Nikotin die Hirnreifung beeinträchtigen, dies möglicherweise mit langfristigen Folgen, warnt Schaller und gibt zu bedenken, dass diese Produkte bislang nicht ausreichend erforscht seien.