Hohe Noten Schnatternde Kampfgänse

Annett Recknagel

Die Kreisverbandsschau der Rassegeflügelzüchter „Grünes Herz“ Schmalkalden war mit 446 Tieren sehr gut besetzt.

Steinbacher Kampfgänse haben keinen Anstand. Brauchen sie auch nicht. „So war das auf dem Dorf immer“, meinte Zuchtfreund Werner Schatt aus Breitenbach. Sobald jemand vorbeilief, begannen die Kampfgänse zu schnattern. Ausgerechnet zur Eröffnung der Kreisgeflügelschau am Samstagvormittag im Wernshäuser Bürgerhaus „Werra-Aue“ mussten sich die 13 Steinbacher Kampfgänse lautstark bemerkbar machen. Und weil das so schön war, stimmten die Hühner gleich mit ein. Es war ein sehr spezieller Hörgenuss, über den selbst Landrätin und Schirmherrin Peggy Greiser herzhaft lachen musste.

Und Matthias Brunner als Vorsitzender des Kreisverbandes der Rassegeflügelzüchter „Grünes Herz“ Schmalkalden war sehr stolz, diese Tiere in blau und grau bei einer Kreisschau präsentieren zu dürfen. Sowohl der Trusetaler Ralf Storch als auch Silvio Henkel aus Viernau und Ralf Recknagel aus Steinbach-Hallenberg hatten ihre Prachtexemplare nach Wernshausen gebracht. Und das Beste: Ralf Storch nahm für seine Kampfgänse einen Kreisverbandsehrenpreis in Empfang.

Doch nicht nur die Kampfgänse waren Hingucker. Gleich am Eingang zum Bürgerhaus fielen die Puten von Werner Daigorat aus Schmalkalden und Florian Dietzel aus Trusetal auf. Letztgenannter bekam für eine von ihnen einen Landesverbandsehrenpreis und wurde obendrein Kreismeister. Der24-Jährige ist ein Geflügelzüchter par excellence. In der Coronazeit entdeckte er seine Liebe zu den Puten. „Die brauche ich, damit mir der Habicht meine großen Hühner nicht frisst“, meinte er schmunzelnd. Die Puten nämlich sind ebenso laute Gesellen wie die Kampfgänse. Insgesamt 30 hat Florian Dietzel zu Hause – gemeinsam mit einer Schar an Hühnern, Zwerghühnern, Enten und Tauben. Um die 300 Tiere sind es, um die er sich eigenverantwortlich kümmert. Und auch den Katalog zur Kreisverbandsschau hat der Trusetaler gemeinsam mit Mareike Kämpfer auf den Weg gebracht. Von Matthias Brunner gab es dafür ein Extra-Dankeschön.

Noch mehr Tiere haben Ralf und Max Storch aus Wales. Beide sind als Zuchtfreunde über die Jahre weg in der Region bekannt. Zur Kreisschau bekam Ralf Storch gleich drei Höchstnoten und zweimal „hervorragend“ für seine Tiere. Der Mann mit den meisten Tauben vor Ort heißt Peter Koch und wohnt in Foh-Seligenthal. 78 seiner Tauben zeigte er zur Kreisschau und heimste dafür drei „v“ und vier „hv“ ein.

Insgesamt waren in Wernshausen 446 Tiere ausgestellt. Die Palette reichte von Groß- und Wassergeflügel über große Hühner und Zwerghühner bis hin zu den Tauben. Die sechs Preisrichter vergaben 18 Höchstnoten und 30 zweitbeste Prädikate. Im Bereich Groß- und Wassergeflügel holte sich Florian Dietzel mit seinen Deutschen Puten den Kreismeistertitel. Er erhielt 378 Punkte. Ebenso viele erhielt Roland Mönch aus Steinbach-Hallenberg für seine schwarzen Cayugaenten. Rang drei ging an Ralf Recknagel für Steinbacher Kampfgänse.

Bei den großen Hühnern wurde Eugen Kirchner aus Schwallungen mit seinen weißen Deutschen Wyandotten Kreismeister. Rang zwei ging an Florian Dietzel (Sussex) und Dritter wurde Fred Storandt aus Wernshausen (Araucana). Kreismeister in der Kategorie Zwerghühner ist Werner Pfeßdorf aus Struth-Hemershof. Er bekam diesen Titel für seine schwarzen Zwerg-Rheinländer. Den zweiten Platz sicherte sich Klaus Neumann aus Schwallungen (Zwerg-Wyandotte), der Seligenthaler Andreas Kühn errang Bronze (Zwerg-Kraienköppe).

Bei den Tauben machte Mike Döll aus Rosa mit seinen Eistauben das Rennen. Rang zwei und drei sicherte sich Peter Koch aus Seligenthal mit Altenburger Trommeltauben und Münsterländer Feldtauben.

Zehn Jugendliche zeigten in der Jugendabteilung 57 Tiere. Kreismeisterin wurde Cora Jäger aus Näherstille mit ihren blau-goldhalsigen Zwerg-Kraienköppen. Silber holte sich Lisa Henkel (Hochbrutflugenten) aus Viernau und Bronze ging an Johann Schöttner (Deutsche Zwerg Wyandotten) aus Floh-Seligenthal.

Sowohl Landrätin Peggy Greiser als auch Schmalkaldens Bürgermeister Thomas Kaminski lobten das Engagement der Zuchtfreunde. „Es ist mittlerweile ein richtig teures Hobby geworden“, sagte Kaminski. Matthias Brunner dankte dem Macher der Schau, Fred Storandt aus Wernshausen, der sich bezüglich der Halle und der Versorgung engagiert hatte. Auch Werner Schatt aus Breitenbach bekam Lorbeeren, eben weil auf ihn immer Verlass sei.

Matthias Brunner teilte voller Stolz mit, dass in der Tourist-Information Schmalkalden ab sofort Flyer über die Schmalkaldener Mohrenköpfe und das Geflügelmuseum in Viernau erhältlich sind.

 

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