Hofheim Sorgen um den Stadtwald

Gerhard Schmidt

Bei Ostheim ist auf einer Fläche von knapp vier Hektar ein 40 bis 60-jähriger Fichtenbestand bereits zur Hälfte durch Windwurf und Käferbefall verloren. Die Holzpreise sind massiv gesunken.

Das Holz des Stadtwaldes wird komplett über die Forstbetriebsgemeinschaft vermarktet. Große Sorgen bereitet den Stadträten, dass im kompletten Stadtwald das vorgefundene, zum Teil äußerst großflächige Schadensbild. Foto: Schmidt

Hofheim - Bei der Stadtwaldbegehung am Dienstag merkte man den Verantwortlichen ihre Sorgen an, die ihnen der Stadtwald bereitet. Bürgermeister Wolfgang Borst konnte zur Waldbegehung auch Forstoberrat Jürgen Hahn, Revierförster Bernhard Streck und die Geschäftsführerin der Forstbetriebsgemeinschaft Brigitt Ulrich begrüßen.

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Das Holz des Stadtwaldes wird komplett über die Forstbetriebsgemeinschaft vermarktet. Große Sorgen bereitet den Stadträten, dass im kompletten Stadtwald das vorgefundene, zum Teil äußerst großflächige Schadensbild. Die Waldbegehung führte zur ersten Station, zum Bereich "Rabenholz" bei Ostheim, wo auf einer Fläche von knapp vier Hektar ein 40 bis 60-jähriger Fichtenbestand bereits zur Hälfte durch Windwurf und Käferbefall verloren gegangen ist. Da es wenig Sinn macht, solche großen Waldbereiche zu zäunen, war man sich mit dem Jagdpächter einig, dass es am sinnvollsten ist, durch Steuerung der Bejagung zu versuchen, dass in diesem Bereich die vielfältigen Baumarten der vorhandenen Naturverjüngung dem Äser entwachsen können. Ein völlig anderes Schadensbild zeigte sich im "Kolbenholz" bei Lendershausen. Hier kämpfen die 120 - 180 Jahre alten Eichenbestände ums Überleben. Trockenstress und Schwammspinner haben die Bestände bereits stark ausgelichtet.

Da in diesem Bereich bislang nur der Feldahorn und die Hainbuche dem Äser entwachsen ist, muss, um einen zukunftsfähigen Mischbaum-Wald zu erhalten, in diesem Bereich ein besonderes Augenmerk auf die Entwicklung der Eiche, Kirsche und Elsbeere gelegt werden, wozu auch Jagdpächter Udo Hein seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit erklärte.

Bürgermeister Wolfgang Borst machte abschließend nochmals deutlich, dass durch den massiven Anfall von Schadholz, der Holzpreis so stark gefallen ist, dass eine kostenneutrale Waldbewirtschaftung nicht mehr möglich ist. Es bedarf enormer finanzieller Anstrengungen, um bei der rasanten Klimaerwärmung, verbunden mit dem Niederschlagsmangel in der hiesigen Region, die knapp 800 Hektar städtischen Wald so weiter zu entwickeln, damit auch zukünftigen Generationen eine nachhaltige Waldnutzung noch möglich ist, meinte das Stadtoberhaupt. Dies könne nur gelingen, wenn alle Beteiligten, das heißt Waldbesitzer, Jagdpächter, Jagdgenossen und Revierförster - gemeinsam daran arbeiten, schloss Bürgermeister Borst den Rundgang.